Marzahn-Hellersdorf

Bücher im Ohr: Bezirksbibliothek startet Podcast

Die Mark-Twain-Bibliothek hält ihre Besucher mit einem Podcast auf dem Laufenden. Buchempfehlungen und Infos zur Arbeitsweise sind zu hören.

Auch die Bezirksbibliothek Mark Twain in Marzahn-Hellersdorf ist während der Corona-Krise geschlossen.

Auch die Bezirksbibliothek Mark Twain in Marzahn-Hellersdorf ist während der Corona-Krise geschlossen.

Foto: Renate Zimmermann

Berlin.  In diesen Tagen werden überall in Berlin und Deutschland Unternehmen und Institutionen im Schnelldurchlauf digitalisiert. Auch in der Bezirksbibliothek Mark Twain in Marzahn-Hellersdorf geht es technisch voran. Die Bibliothek bietet seit einigen Tagen einen Podcast an, in dem die Bibliothekare von ihrer Arbeit hinter verschlossenen Türen berichten. Auch Veranstaltungen und Lesungen sollen so übertragen werden.

„So viele Veranstaltungen fallen gerade weg, dagegen wollten wir etwas tun“, erklärt Renate Zimmermann, Bibliothekarin in der Bezirksbibliothek. Zimmermann und ihre Kollegen überlegten, wie sie Bibliotheksbesucher auch zu Hause kulturell unterhalten könnten. „Da kam uns dann unsere Reihe ‘Schwebende Bücher’, bei der wir dem Publikum Leseempfehlungen geben, in den Sinn und wir haben einen Podcast gestartet.“

Alle sechs Wochen lädt die Bezirksbibliothek normalerweise zum Austausch über Lektüreempfehlungen zu den „Schwebenden Büchern“ ein. Dies geschieht nun online: Neun Buchtipps können sich Freunde der Veranstaltungsreihe bereits anhören. Aktuelle Romane aus Europa und Übersee, aber auch Sachbücher und ein besonderes Kinderbuch besprechen die Bibliothekare in kurzen fünf- bis neunminütigen Audio-Mitschnitten.

Podcast soll auch bei Normalbetrieb weitergeführt werden

Wer wissen will, wie die Mark Twain-Bibliothekare nun ohne Publikumsbetrieb arbeiten, kann in die andere Podcast-Reihe der Bibliothek hinein hören. In „Tagebuch einer geschlossenen Bibliothek“ läuft Renate Zimmermann die verschiedenen Stationen im Gebäude an der Marzahner Promenade 54 ab. So erfährt der Hörer etwa von Musikbibliothekar Christoph Kaltenborn, nach welchem System Notenbände geordnet oder warum in letzter Zeit verstärkt Ukulele-Noten ausgeliehen werden, und von Benita Hanke, der Fachbereichsleiterin Bibliotheken, wie die verschiedenen Bibliotheken mit Telefonkonferenzen untereinander den Betrieb sicherstellen.

Der Podcast sei jetzt schon ein Erfolg, sagt Zimmermann stolz. 900 Zugriffe hätten sie in den letzten Tagen bereits verzeichnet. „Wir werden das auf jeden Fall beibehalten, auch nach der Corona-Krise“, so die Bibliothekarin. Für die nächste Sitzung der „Schwebenden Bücher“ ist Zimmermann vorsichtig optimistisch: Vielleicht könne diese am 29. April ja schon wieder stattfinden. Der radioeins-Moderator Thomas Böhm hatte sich dafür als Gast angekündigt. Falls die Corona-Krise die Berliner Kulturszene noch länger lahmlegt, ist man in der Mark Twain-Bibliothek jedenfalls gerüstet. Technisch sei das Podcasten zwar noch neu für die Bibliothekare, doch aus der Not habe man nun eben eine Tugend gemacht und sich auf die veränderte Situation eingestellt.