Gesellschaft

Queerbeauftragte für Bezirk wird gefordert

Homosexuelle, queere und nicht binäre Menschen bekommen im Bezirk wenig Aufmerksamkeit. Ein Antrag von SPD und Linke soll das ändern.

Queeres Leben findet im Bezirk Marzahn-Hellersdorf eher abseits der Öffentlichkeit statt.

Queeres Leben findet im Bezirk Marzahn-Hellersdorf eher abseits der Öffentlichkeit statt.

Foto: Markus Tischler / imago/Markus Tischler

Berlin. Marzahn-Hellersdorf soll einen Queerbeauftragten bekommen. Das fordern SPD- und Linksfraktion in einem gemeinsamen Antrag an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), der momentan in den Ausschüssen behandelt wird. Bislang beschäftigt Tempelhof-Schöneberg als einziger Bezirk eine eigene Queerbeauftragte.

„Dort herrschen natürlich ganz andere Strukturen vor als bei uns im Bezirk“, sagt BVV-Abgeordnete Luise Lehmann (SPD), die den Antrag eingebracht hat. In Marzahn-Hellersdorf brauche es weniger Szeneclubs, sondern mehr Unterstützung und Angebote für Jugendliche oder Regenbogenfamilien. Gerade bei Vereinen und in der Jugendarbeit müsse stärker in die Richtung gedacht werden, so Lehmann. „Wir müssten mehr Antidiskriminierungsarbeit leisten und auch das Personal in Jugendorganisationen entsprechend schulen.“

Queeres Leben findet im Stillen statt

Lehmann ist mit dem Thema gut vertraut. Die SPD-Politikerin ist Mitglied im Gleichstellungsausschuss und setzt sich in der BVV für Frauenrechte ein. „Ich kenne auch einige queere Menschen im Bezirk“, sagt sie. „In Marzahn-Hellersdorf wird das jedoch nicht wirklich ausgelebt. Queeres Leben findet hier eher im Stillen statt.“ So bekämen Kinder mit etwa zwei Müttern in Schulen regelmäßig Probleme.

SPD- und Linksfraktion wollen das Thema in der Öffentlichkeit präsenter machen. Aufklärungsarbeit, aber auch das Organisieren von queeren Veranstaltungen sollen zum Arbeitsbereich der neuen Queer-Beauftragten gehören. „Ich könnte mir vorstellen, eine Stelle analog zur Frauenbeauftragten zu schaffen“, sagt Lehmann. Diese habe sie auf das Thema aufmerksam gemacht, da sie momentan Aufgaben übernehme, für die sonst eine Queerbeauftragte verantwortlich wäre.