Straßenbau

Marzahner Knoten wird umgebaut, jahrelange Staus drohen

Alle fünf Brücken des Marzahner Knotens werden abgerissen. Autofahrer müssen sechs Jahre lang mit Einschränkungen rechnen.

Umbau des Marzahner Knotens

Umbau des Marzahner Knotens

Foto: Babette Ackermann-Reiche / bm infografik

Berlin. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf steht ein großes Verkehrsprojekt an. Der Marzahner Knoten, die Brückenquerung über Bahngleise und die Märkische Allee, wird umgebaut. Ende 2022 sollen die etwa sechs Jahre dauernden Bauarbeiten beginnen. 82 Millionen Euro sind bisher für den Umbau veranschlagt.

Für die Neugestaltung des Brückensystems plant die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz drastische Maßnahmen: Alle fünf Brücken sollen abgerissen werden. Heute führt die Landsberger Allee auf zwei getrennten Brücken nach Marzahn und nach Lichtenberg; Autofahrer, die in die Stadt hineinfahren, sind von den in den Osten der Stadt fahrenden räumlich getrennt. Künftig sollen alle Spuren auf einer Brücke verlaufen. Somit verringert sich die Zahl der Brücken von fünf auf drei.

Verkehr wird großräumig umgeleitet

Bei den bis 2028 andauernden Arbeiten müssen Autofahrer mit Einschränkungen rechnen. „Die umfangreiche Erneuerungsmaßnahme erfolgt in mehreren Bauphasen unter weitestgehender Aufrechterhaltung der bestehenden Verkehrswege“, so eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Einschränkungen und Sperrungen seien jedoch unausweichlich, da die vorhandenen Flächen nur begrenzt zur Verfügung stehen. „Insbesondere zum Rückbau der alten Brücken und zur Montage der neuen Brücken werden temporäre Sperrungen einzelner Fahrspuren, aber auch ganzer Fahrtrichtungen erforderlich.“

Der Verkehr wird zeitweilig umgeleitet. Genaue Routen sind zwar noch nicht geplant, die Verantwortlichen im Senat überlegen jedoch bereits, wie die Baustelle großräumig umfahren werden kann: Alternative Wege könnten so etwa über die Allee der Kosmonauten oder die Gehrenseestraße führen. Auch Züge werden während der Umbaumaßnahmen nicht ohne Unterbrechung verkehren können. Die Landsberger Allee führt über Bahngleise, auf denen die aus der Stadt kommende S7 bis nach Ahrensfelde fährt. Erst im letzten Herbst waren die ÖPNV-Nutzer im Bezirk wochenlang auf Schienenersatzverkehr der Linien S7 und S75 angewiesen, da die Bahn Gleisbauarbeiten durchführen und ein neues Stellwerk in Betrieb nehmen ließ.

Die Straßenbahn fährt normalerweise auf ihrer eigenen Trasse parallel zur Landsberger Allee und biegt auf Höhe der Märkischen Allee nach links ab. Während der Umbauarbeiten wird die vorhandene Trasse aber zweigleisig auf die Straßenbrücke umgeleitet. Provisorische Haltestellen werden eingerichtet und die Taktung der Linien M6 und 16 angepasst. Es soll möglichst kurze Sperrpausen geben, kündigen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) an. An der Streckenführung der Straßenbahn soll sich nach dem Umbau nichts ändern. Bauwerksschäden und Risse in der Brücke machen einen Neubau der 1977 gebauten Trasse jedoch unumgänglich.

Auch die beiden Straßenbrücken wurden in den 70er-Jahren erbaut. 40 Jahre Verkehr sind an den Brücken nicht spurlos vorbei gegangen: Das Bauwerk weist Schäden und Risse auf, es droht das plötzliche Versagen des Betonträgers. Zudem stelle die unübersichtliche Verkehrsorganisation eine Gefährdung für alle Verkehrsmitglieder dar, heißt es von Seiten der Senatsverwaltung. Den heutigen Verkehrsanforderungen werde die Brücke sowieso nicht gerecht: Für Fußgänger gibt es keine Möglichkeit, die Straße zu überqueren, und Radfahrer haben keine eigenen Fahrspuren.

Keine Rampen mehr: Ampeln regeln Zu- und Abfahrten

Die Brücke mit dem Fahrrad entlang zu fahren, gleiche einem Nahtod-Erlebnis, sagte Stadträtin Nadja Zivkovic erst letzte Woche bei einer Infoversammlung zur geplanten Radschnellverbindung Ost. Künftig soll der Marzahner Knoten auch für Zweiräder sicherer werden. Zwei Meter breit wird ein Radweg die Landsberger Allee säumen. Auch ein Fußgängerweg soll eine Überquerung über die Märkische Allee ermöglichen. Eine weitere Neuerung wird im Abbiegeverkehr bestehen: Künftig soll dieser mittels Ampeln geregelt werden. Bisher konnten Autofahrer von der Landsberger Allee auf die Märkische Allee einfach mittels Rampen abfahren beziehungsweise andersherum auffahren.

Bereits seit 2016 befindet sich der Umbau des Marzahner Knotens in Planung. Bevor Ende 2022 die Bauarbeiten starten, soll bis Ende 2021 die geprüfte Bauplanung vorliegen. In dem Fall kann bereits Anfang 2022 mit der Baufeldfreimachung begonnen werden.