Wohnungsbau

1.000 Wohnungen und Gewerbefläche für den Georg-Knorr-Park

Gutachter einigen sich auf Entwurf von Architektenbüro. Ehemaliges Gewerbegebiet wird nun zum neuen Stadtquartier.

Überzeugt hat die Gutachter auch das Mischkonzept aus Hochhäusern und grünen Innenhöfen.

Überzeugt hat die Gutachter auch das Mischkonzept aus Hochhäusern und grünen Innenhöfen.

Foto: David Chipperfield Architects

Berlin. Das neue Stadtquartier am Georg-Knorr-Park kann gebaut werden: Realisiert werden soll der Entwurf der David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH mit Wirtz InternationalLandscape Architects. Darauf einigte sich kürzlich ein Gutachter-Gremium. Gewerbe und Wohnungen werden auf dem Gelände angesiedelt. Wird noch in dieser Legislaturperiode Planungsrecht geschaffen, könnte der Rohbau des Gewerbeteils 2021 beginnen.

1000 Wohnungen, 370 Wohneinheiten für Studenten und ca. 90 000 Quadratmeter Gewerbefläche werden auf dem Gelände am S-Bahnhof Marzahn realisiert. Geplant ist zudem eine Kindertagesstätte, ein Nachbarschaftstreff sowie Nahversorgungs-Geschäfte.

Die Wohnungen werden durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE gebaut und verwaltet. Ab 2022 sollen die ersten Wohnungen entstehen. 2027 soll das ganze Quartier fertiggestellt werden.

In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zeigt man sich zufrieden. „Auf einem Teil des ehemaligen Industrieareals der Knorr-Bremse wird in den kommenden Jahren ein völlig neues Stadtquartier entstehen“, sagt Sebastian Scheel, Staatssekretär für Wohnen. „Die Idee, Gewerbe und Wohnen an diesem Ort miteinander zu denken, wurde nicht zuletzt durch die gute verkehrliche Anbindung des Areals geboren.“

Ursprünglich waren keine Wohnungen für das Gebiet geplant

Mit ihrem Entwurf hat sich die David Chipperfield Architects-Gesellschaft gegenüber 27 teilnehmenden Planungsbüros durchgesetzt. Überzeugt hat die Gutachter auch die Gestaltung des Außenbereichs: Der Entwurf schaffe mittels der Hof- und Hochhäuser eine prägnante Form, so der Vorsitzende des Obergutachtergremiums James Miller Stevens. „Zugleich verbinden die an den Ecken positionierten Hochhäuser das Areal visuell mit der umgebenden Stadt.“

Dass auf dem Gelände des Bremssystem-Herstellers Knorr-Bremse überhaupt Wohnungen entstehen, war lange Zeit umstritten. Eigentlich gehört die über neun Hektar große Fläche nämlich zum Stadtentwicklungsplan „Industrie und Gewerbe“. Demnach waren auf dem Gelände nur Gewerbeansiedlungen möglich.

Die 1000 geplanten Wohnungen sind daher ein Kompromiss: Ursprünglich wollte der Projektentwickler Laborgh Investment GmbH, der das Gelände der Knorr-Bremse AG vor zwei Jahren abgekauft hat, 1 500 Wohneinheiten auf dem Gelände in Marzahn bauen.