Sport

Mahlsdorfer Feuerwehrmann tritt beim Iron Man in Dubai an

Martin Teucher rettet täglich Leben. Dazu organisiert er Europas erfolgreichsten Feuerwehr-Treppenlauf und tritt bei Triathlons an.

Feuerwehrmann Martin Teucher zeigt auch bei sportlichen Wettkämpfen, hier bei der Firefighter Combat Challenge, vollen Einsatz.

Feuerwehrmann Martin Teucher zeigt auch bei sportlichen Wettkämpfen, hier bei der Firefighter Combat Challenge, vollen Einsatz.

Foto: Martin Teucher

Den Titel hat er sicher: Martin Teucher ist der wohl sportlichste Feuerwehrmann in Marzahn-Hellersdorf. Seit 20 Jahren sportlich aktiv, nimmt der 43-Jährige regelmäßig an Triathlons teil. Nun hat er sich ein neues Ziel gesetzt: den Iron Man 70.3 in Dubai.

1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen warten am 7. Februar bei Temperaturen um die 25 Grad auf den Mahlsdorfer. „Problematisch ist nicht die Temperatur, sondern eher die hohe Luftfeuchtigkeit“, meint Teucher.

Der Mahlsdorfer hat sich auf den Extrem-Wettkampf lange vorbereitet. Drei Monate vorher ist Teucher in die Intensiv-Trainingsphase eingestiegen. „Ein oder zwei Trainingseinheiten am Tag müssen da schon drin sein“, erzählt er. Kurz vor dem Wettbewerb gelte es nun, auf die Ernährung zu achten und sein Gewicht zu halten.

Der Spaß steht an erster Stelle

Dabei ist der Iron Man in Dubai für Teucher nicht der erste Wettkampf dieser Art. 2018 hat er bereits am Iron Man auf Rügen teilgenommen.

Iron Man sei übrigens nicht gleich Iron Man, erklärt er. „Die meisten kennen nur den berühmten über Lang-Distanz auf Hawaii. Tatsächlich gibt es aber über 150 dieser Veranstaltungen weltweit.“

Teucher tritt in der mittleren Distanz an. „Sich Ziele zu setzen ist zwar gut, ich muss aber niemandem etwas beweisen“, sagt er. „Der Spaß steht für mich definitiv an erster Stelle.“

Firefighter Stairrun: 39 Etagen mit 25 Kilo Ausrüstung

Von einem seiner Hobbys muss Teucher aber gerade Abstand nehmen. Der Feuerwehrmann ist begeisterter Treppensteiger. „Treppenlaufen ist leider gerade kontraproduktiv“, bedauert er. Dabei würden andere Muskeln beansprucht als jene, die beim Ausdauersport wichtig sind.

Teucher organisierte 2006 zum ersten Mal den „Berlin Firefighter Stairrun“, bei dem Feuerwehrmänner in voller Montur – inklusive Sauerstoffgerät – die 39 Etagen des Park Inn Hotels auf dem Alexanderplatz ersteigen. „Das ist eben mal was anderes“, erklärt er seine Motivation. „25 Kilo an Ausrüstung schleppt man da schon mit sich hoch.“

Gestartet mit 39 Teilnehmern, ist Teuchers Treppenlauf heute mit über 800 Feuerwehrmännern der teilnehmerstärkste seiner Art in Europa.

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Feuerwehrmann löschte bereits im Wüstenstaat Feuer

Von deutschen Treppenhäusern geht es für den engagierten Sportler nun erst mal in die Wüste. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind Teucher allerdings bereits bestens bekannt. 2007 lebte und arbeitete er ein Jahr lang im Wüstenstaat. „Es wurden damals Feuerwehrmänner gesucht, die die einheimischen unterstützen“, erzählt Teucher. Über eine Agentur habe er sich in Dubai beworben und dort schließlich bei der Betreuung und Beratung arabischer Einsatzkräfte geholfen. „Ich wollte einfach mal etwas Neues ausprobieren“, so der umtriebige Mahlsdorfer.

Mit Herausforderungen kennt sich Teucher also aus. Leicht fällt ihm das ständige Training trotzdem nicht immer. „Stand jetzt ist eigentlich: Keine Lust mehr“, sagt er. „Zum Glück jagt mich meine Frau manchmal von der Couch und schickt mich in die Kälte zum Laufen oder auf mein Rad.“

Teucher trainiert grundsätzlich allein. „Das ist wohl der einzige Vorteil, den der Schichtdienst bietet“, sagt er. „Ich kann zu Hause in Ruhe trainieren, bevor die ganze Familie heimkommt.“

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Alles steht und fällt mit der richtigen Socke

Begleitet wird er von einem erfahrenen Trainer. Helmar Gröbel, der früher die Eiskunstläuferin Claudia Pechstein trainierte, arbeitet nun eng mit dem Triathleten zusammen.

Und auch auf Sponsoren kann Teucher heute zählen. Seine Schuhe bekommt er von einer US-amerikanischen Firma gestellt, für Kleidung und Verpflegung kommt seit kurzem ein lokales Sportgeschäft auf.

Am meisten freut sich Teucher jedoch über eine vermeintlich zweitrangige Textilie. „Ich habe das Glück, dass ich schon seit drei Jahren jemanden habe, der mir Socken sponsert“, sagt der Athlet zufrieden. Socken seien ein wichtiges Bindeglied zwischen Fuß und Schuh und müssten sorgsam ausgewählt werden. „Mit so einer Socke kann nämlich vieles stehen und fallen.“