Protest in Marzahn

Blockade an der Kreuzung B1 und B5 – Stauchaos droht

Demonstranten blockieren am Mittwoch die viel befahrene Kreuzung B1/B5 und Blumberger Damm in Marzahn. Autofahrern droht ein Stauchaos.

Auf der B1/B5 wird es im Feierabendverkehr eng. Demonstranten wollen 15 Minuten lang die Kreuzung an der Ecke Blumberge Damm blockieren.

Auf der B1/B5 wird es im Feierabendverkehr eng. Demonstranten wollen 15 Minuten lang die Kreuzung an der Ecke Blumberge Damm blockieren.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Rund um eine der am stärksten befahrenen Kreuzungen im Berliner Osten droht am Mittwoch der zeitweilige Verkehrskollaps. Aus Protest gegen die schlechte Anbindung der östlichen Stadtrandgebiete an den öffentlichen Nahverkehr und die immer noch nicht realisierte Tangentialverbindung Ost (TVO) ruft der Verband deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) zur Verkehrsblockade auf.

Um 17.30 Uhr treffen sich dessen Vereinsmitglieder an der Kreuzung B1/B5 und Blumberger Damm – oder genauer gesagt: auf der Kreuzung. „Leider dürfen wir die Kreuzung nur 15 bis 20 Minuten blockieren. Einen größeren Effekt hätte es natürlich, wenn sich die Autos bis zum Alexanderplatz stauen würden“, sagt Frank Hufnagel, Kommunikationsleiter des VDGN über die genehmigte Protestaktion.

Blockade an der B1/b5: Schon 15 Minuten Stillstand dürften für lange Staus sorgen

Wegen der relativ kurzen Zeit, die die Protestaktion in Anspruch nehmen dürfte, werden für den Verkehr keine Umleitungen eingerichtet. „Bei einer nur 15-minütigen Störung muss der Autoverkehr wahrscheinlich nur pausieren“, sagt Patricia Brämer, Sprecherin der Polizei Berlin. Das hänge jedoch auch von der Teilnehmerzahl ab. Angemeldet seien 500 Demonstranten im Zeitraum von 17.30 bis 18.30 Uhr. Sollten doch mehr erscheinen als angekündigt, könne sich der Ablauf verzögern.

Doch schon 15 Minuten Stillstand dürften für eine erhebliche Verkehrsbehinderung rund um die Kreuzung sorgen. Betroffen davon sind vor allem die B1/B5 stadtauswärts sowie der Blumberger Damm und die Köpenicker Straße sowie deren parallel verlaufende Nord-Süd-Verbindungen wie Chemnitzer Straße und Hultschiner Damm oder auch Am Tierpark/Treskowallee. Schon im normalen Berufsverkehr staut sich dort zu Rush-Hour-Zeiten der Verkehr. Tendenz steigend. Wenn dann noch die S-Bahn aufgrund von Gleis-Sanierungen ausfällt – so geschehen während der letzten fünf Wochen – ist der tägliche Stillstand programmiert.

Der VDGN will mit der Demonstration daher auf die täglichen Probleme von Berlins Stadtrandbewohnern aufmerksam machen, mit denen Zehntausende auf dem Weg zur Arbeit zu kämpfen haben. „Der Öffentliche Personennahverkehr ist unzureichend in den Berliner Randgebieten – wir fordern bessere S- und U-Bahnverbindungen und ein ausgebautes Busnetz“, sagt Hufnagel. „Ein weiteres Ärgernis ist natürlich die verschleppte TVO. Diese muss umgehend realisiert werden.“ Da die Hauptstraßen verstopft seien, versuchten viele Autofahrer, sich ihren Weg durch die Nebenstraßen zu bahnen, so Hufnagel. „Dadurch nimmt die Lebensqualität unserer Vereinsmitglieder, die dort wohnen, stetig ab.“

Hintergrund: An der Ost-Tangente klafft noch immer eine Lücke

Köpenick und Marzahn sollen verbunden werden

Die TVO soll Marzahn und Köpenick als Schnellstraße verbinden. Baubeginn? „Offen“, steht auf den Internetseiten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Ursprünglich war der Start für die Bauarbeiten für 2016 vorgesehen. Doch auch der aktualisierte Baustart Ende 2019 bzw. Anfang 2020 wird so nicht stattfinden; die Deutsche Bahn ist vor wenigen Monaten zugunsten eigener Bauprojekte aus der Planungsvereinbarung ausgestiegen. Zum Missfallen des VDGN.

Das Straßennetz auszubauen müsse oberste Priorität haben, heißt es dort. Gerade die TVO werde dringend gebraucht, um den Verkehrskollaps zu verhindern. Denn mit Eröffnung des BER und der Schließung des Flughafens Tegel werde sich die Zahl auf der Strecke von heute täglich 100.000 Autos „um voraussichtlich 65.000 Fahrzeuge erhöhen“, so der VDGN.

Hufnagel ist es wichtig zu betonen, dass der Verein keine großen Vermieter vertritt. „Unsere bundesweit 120.000 Mitglieder nutzen ihr Eigentum selbst, darunter sind auch Pächter von Datschen und Kleingärten.“ Kernproblem des Ganzen sei der mangelhafte ÖPNV in den Berliner Randgebieten.

Der VDGN hat daher ein Zehn-Punkte-Programm erstellt, das „Mobilität für alle“ ermöglichen soll. Darin enthalten sind Visionen von einem Ein-Euro-Ticket, einem ausgebauten Elek-tromobilitäts-Netzwerk und vor allem einer besseren Anbindung von Wohngebieten in Stadtrandlage an das Berliner ÖPNV-Netz.

Blockade auf der B1/B5 in Berlin-Marzahn - der Aufruf auf der Seite des Verbands Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN)