Schloss Biesdorf

Ausstellung über Menschen hinter Mauern

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls erinnert eine Ausstellung im Schloss Biesdorf an die einstige innerdeutsche Grenze.

Erasmus Schroeter: Komparsen Mann 19, Leipzig 2016 Auf Erasmus Schröters Bildserie sind lediglich „Komparsen“ zu sehen: Menschen stehen, sichtlich deplatziert, vor Mauern, schauen gleichzeitig spöttisch und mutlos ins Leere.

Erasmus Schroeter: Komparsen Mann 19, Leipzig 2016 Auf Erasmus Schröters Bildserie sind lediglich „Komparsen“ zu sehen: Menschen stehen, sichtlich deplatziert, vor Mauern, schauen gleichzeitig spöttisch und mutlos ins Leere.

Foto: Schloss Biesdorf/Erasmus Schröter

Berlin. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls erinnert eine Ausstellung im Schloss Biesdorf an die einstige innerdeutsche Grenze und versucht zugleich, sich Mauern weltweit künstlerisch zu erschließen. „Wir haben zwar eine politische Konnotation, aber zeigen eine Kunstausstellung“, so Kuratorin Gabriele Muschter. Zusammen mit Uwe Warnke hat Muschter die Ausstellung „Von Menschen und Mauern“ konzipiert. Gezeigt werden Kunstwerke der Malerei, Fotografie, Grafik und Plastik sowie Multimedia- und Videoinstallationen. Der Besucher sieht die Berliner Mauer in verschiedenen Stadien und Blickwinkeln: Todesstreifen im Osten, bunt bemalt im Westen, dann zerstört und unbewacht. Stets steht der Mensch und sein Verhältnis zur politischen Macht im Mittelpunkt.

Ein mit Puppen besetzter Beobachtungsturm

So sind etwa auf Erasmus Schröters Bildserie lediglich „Komparsen“ zu sehen: Menschen stehen, sichtlich deplatziert, vor Mauern, schauen gleichzeitig spöttisch und mutlos ins Leere. Auch Stefan Roloff haben die Szenen an der Grenze an Theater erinnert. Auf der Westseite baute er 1980 einen mit Puppen besetzten Beobachtungsturm auf und observierte im Militärmantel die gegnerische Seite. Mit Christo oder Marina Abramovic halten auch Künstler im Schloss Biesdorf Einzug, die Mauern weltweit künstlerisch verarbeiteten.

Das gefällt in Berlin nicht jedem, sagt Uwe Warnke. „Dass wir die Berliner Mauer mit heute existierenden Grenzen in Verbindung setzen, hat es uns schwer gemacht, Fördermittel zu erhalten“, so der Kurator. Mehr will er dazu nicht sagen. Denn die Ausstellung konnte schließlich realisiert werden und wird ohnehin Rekorde brechen: Der 100.000 Besucher wird in den nächsten Wochen im Schloss Biesdorf erwartet.