30.000 Euro Schaden

Aus Schule gestohlenes Goldnest war nicht versichert

Das Goldnest im Wert von 30.000 Euro war aus einer hochgesicherten Vitrine aus einer Biesdorfer Grundschule entwendet worden.

Das Goldnest in der Vitrine in der Biesdorfer Fuchsberg-Grundschule: Laut Senatsverwaltung war das Kunstwerk nicht versichert.

Das Goldnest in der Vitrine in der Biesdorfer Fuchsberg-Grundschule: Laut Senatsverwaltung war das Kunstwerk nicht versichert.

Foto: Lorenz Vossen

Berlin. Das aus der Biesdorfer Fuchsberg-Grundschule in Marzahn gestohlene Goldnest war nicht versichert. Das teilte die Bildungsverwaltung auf eine kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber mit. Den Wert des Goldnestes beziffert die Bildungsverwaltung auf 30.000 Euro. Das ist weniger als ursprünglich angenommen.

Das Goldnest wurde Mitte Mai dieses Jahres aus der Schule gestohlen. Davor hatte es bereits zwei Versuche gegeben, das Kunstwerk zu entwenden, die jedoch beide scheiterten.

Wenige Stunden nach dem Diebstahl durchsuchte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) in Britz, Buckow, Neukölln und Friedrichsfelde ein Auto und drei Objekte der Clan-Familie R. Mitglieder dieser Familie stehen wegen des Münz-Diebstahls im Bode-Museum vor Gericht. Gefunden wurde aber nichts.

Das Goldnest im Eingangsbereich war Kunst am Bau. Das Kunstwerk (814 Gramm Feingold) hat einen Materialwert von 28.000 Euro (24 Karat). Das Nest besteht nach Angaben des Künstlers Thorsten Goldberg aus 74 massiv gegossenen Ästen aus Feingold - und es war besonders gesichert, wie die Bildungsverwaltung nun mitteilte.

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Goldnest aus Berliner Grundschule gestohlen: Vitrine war mehrfach gesichert

Die Bildungsverwaltung teilte nun auch mit, wie das Kunstwerk gesichert war: Die vorab bestückte und geschlossene sowie dichtverschweißte Vitrine war innen mit Vakuum versehen. Diese Vitrine wurde wiederum in einen Stahltresor, der in einer Wandaussparung eingebaut wurde, von innen eingeschoben. Die Klinker der Außenwand verdeckten den umlaufenden Stahlrahmen. Die Vitrine war thermisch mit einer Isolierschicht vom Stahltresor getrennt und anschließend mit diesem verschweißt und verschraubt worden. Ein Herausnehmen war somit nicht möglich.

Der Tresor war aus Stahlblech. Die Glasscheiben der Vitrine bestanden aus Verbundsicherheitsglas und einer Spezialfolie. Die Folie sollte der Abwehr von Axt- und Hammerschlägen dienen. In das Glas eingelassen war eine Alarmsicherheitsschleife. Das Kunstobjekt wurde zudem videoüberwacht und war an die Alarmanlage der Schule und somit an das zuständige Wachschutzunternehmen angeschlossen, hieß es von der Bildungsverwaltung.

Dennoch gelang es den Einbrechern, die Vitrine aufzubrechen. Die Ermittlungen wurden vom Fachkommissariat für Kunstdelikte des Landeskriminalamtes übernommen. Bei dem Einbruch wurde nach Informationen der Berliner Morgenpost Spezialwerkzeug verwendet.