Raumfahrt

Berliner Start-up kämpft um seine Mondmission

Das Unternehmen aus Marzahn-Hellersdorf meldete Insolvenz an, weil es nicht rechtzeitig die Investitionen und Fördergelder bekam.

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Berlin. Das Berliner Raumfahrt-Start-up PTScientists hat Insolvenz angemeldet und ringt um die Umsetzung seiner geplanten Mondmission. Es sei nicht gelungen, rechtzeitig die notwendigen Investitionen und Fördergelder zu bekommen, sagte ein Sprecher des Unternehmens aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf am Dienstag. „Der Insolvenzantrag wirft uns zeitlich etwas zurück, weil wir zunächst gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter die weitere Finanzierung des Unternehmens sichern müssen“, räumte Firmenchef Robert Böhme per Mitteilung ein. „Aber aufgrund unserer klaren Fortschritte und Erfolge, die wir in den letzten Monaten nachweisen konnten, haben wir beste Voraussetzungen, um aus dem Insolvenzverfahren gestärkt hervorzugehen und unsere Mondmission wie geplant umzusetzen“, sagte Böhme weiter.

Der Betrieb mit 60 Mitarbeitern und auch die die Forschungsprojekte sollen zunächst „ohne Einschränkungen“ weiterlaufen. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Berliner Rechtsanwalt Sascha Feies. Der Insolvenzexperte werde in den nächsten Tagen Unterlagen sichten und mit Verantwortlichen des Unternehmens sprechen, um Finanzierungs- und Förderungsoptionen zu erörtern, hieß es.

PTScientists baut seit 2008 ein Mondlandegerät sowie einen Rover und will seine Geräte 2021 auf den Erdtrabanten bringen. Das Unternehmen schätzt die Kosten dafür auf 120 Millionen Euro. Wie viel Geld davon noch fehlt, blieb zunächst offen. „Wir sind optimistisch, dass wir unsere Mission trotzdem umsetzen können“, bekräftigte der Sprecher. Ob der Zeitplan für den Flug 2021 noch haltbar ist, sei zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.

Raumfahrt ist wachsender Wirtschaftssektor in Berlin

Zu den Plänen von PTScientists gehört unter anderem, langfristig ein LTE-Funknetzwerk auf dem Mond einzurichten. Zudem will die Firma regelmäßig Transporte zum Mond anbieten und arbeitet dafür mit dem europäischen Raketenbauer Ariane zusammen.

PTScientists gehört zu sogenannten „New Space Economy“, ein Wirtschaftszweig, der die Raumfahrt privatisieren und für alle nutzbar machen will. Viele dieser Unternehmen sitzen im amerikanischen Silicon Valley. Eine der bekanntesten Firmen ist Space X, das private Raumfahrt-Unternehmen von Tesla-Chef Elon Musk. Aber auch in Berlin wächst der Wirtschaftszweig. Nach Angaben der Wirtschaftsverwaltung sind derzeit rund 3000 Beschäftigte in etwa 90 Institutionen in der Branche tätig, zu denen Start-ups, aber auch Großunternehmen wie SAP und Airbus gehören. mit dpae Firma regelmäßig Transporte zum Mond anbieten und arbeitet dafür mit dem europäischen Raketenbauer Ariane zusammen. (mit dpa)