Mahlsdorf

Pläne für neue Grundschule am Elsengrund vor dem Aus

In Mahlsdorf sollten 144 Grundschüler in Containern unterkommen. Weil das Bezirksamt keine Gutachten vorlegte, wird daraus nichts.

Die alte Oberschule am Elsengrund steht seit Jahren leer.

Die alte Oberschule am Elsengrund steht seit Jahren leer.

Foto: Stefan Beetz

Berlin. Seit gut einem Jahrzehnt ist die ehemalige Oberschule am Elsengrund in Mahlsdorf verlassen, das Gebäude rottet vor sich hin. Weil es im Ortsteil an Schulplätzen mangelt, sollte der Standort zum übernächsten Schuljahr reaktiviert werden. Zunächst per Container, einem sogenannten modularen Ergänzungsbau (MEB), für eine Grundschule mit Platz für 144 Schüler.

Parallel sollte der alte DDR-Bau (laut Investitionsplanung) für 24,5 Millionen Euro saniert und umgebaut werden, um dann zum Schuljahr 2022/23 als neue, dreizügige Grundschule zu eröffnen, zusätzlich zu dem Containerbau. Zudem sollte die Turnhalle abgerissen und für rund zehn Millionen Euro neu errichtet werden.

Doch diese Pläne sind ins Stocken geraten, die modularen Ergänzungsbauten lohnen sich offenbar nicht mehr. Das geht aus einer noch nicht veröffentlichten Antwort der Senatsbildungsverwaltung auf eine Anfrage des Mahlsdorfer Abgeordneten Mario Czaja (CDU) hervor. Die Voruntersuchungen auf dem Grundstück hätten demnach zu viel Zeit in Anspruch genommen, so dass die Errichtung der Schulcontainer aus wirtschaftlicher Sicht und mit Blick auf den zu erwartenden Zeitgewinn nicht mehr vertretbar sei.

Auch kein Zeitplan für neue Grundschule

Laut Bildungsverwaltung fehlen für die Umsetzung zwei Gutachten, eines im Hinblick auf „etwaige Geruchsbelästigungen“, zudem die Prüfung, ob schwere Unfälle mit gefährlichen Stoffen am Standort beherrschbar seien. Dies habe zu zeitlichen Verzögerungen geführt. Die Gutachten hätte das Bezirksamt vorlegen sollen, bis heute ist dies aber nicht der Fall.

Stattdessen will man sich nun auf auf die neue, vierzügige Grundschule konzentrieren. Das Problem: Durch die Planungsverzögerungen kann die Bildungsverwaltung hierfür keinen Eröffnungstermin nennen. CDU-Mann Czaja ist empört:

„Ich habe in der Politik schon viel erlebt, aber diese Nachricht macht mich fassungslos und wütend.“ Dies sei ein „schwerer Schock“ für die Schulplanung in Mahlsdorf und Kaulsdorf.

Der Politiker ruft die Eltern in den Ortsteilen zum Protest auf. Und verweist darauf, dass die Sicherstellung der notwendigen Grundschulkapazitäten für die kommenden Jahre wieder „vollkommen offen“ sei.