Gärten der Welt

Senat: IGA-Seilbahn soll dauerhaft fahren

Die Seilbahn in den Gärten der Welt gilt in Marzahn als Attraktion. Doch wird sie wirklich Bus oder U-Bahn gleichgestellt?

Die IGA-Seilbahn in den Gärten der Welt in Marzahn.

Die IGA-Seilbahn in den Gärten der Welt in Marzahn.

Foto: Reto Klar

Berlin. Der Berliner Senat will den Weiterbetrieb der Seilbahn in den Gärten der Welt in Marzahn „dauerhaft sichern“. Das ergibt sich aus dem neuen Nahverkehrsplan 2019-2023, den der Senat am Dienstag auf einer auswärtigen Sitzung in Brüssel beschloss.

Demnach soll geprüft werden, ob die Seilbahn in das System des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) integriert werden kann. In diesem Fall könnte sie zu den regulären Tarifen von Bus und Bahn genutzt werden.

„Die Erkenntnisse dazu sowie zu denkbaren weiteren Planungen für Seilbahnangebote sollen in der Laufzeit des Nahverkehrsplans vorliegen“, heißt es dazu in dem umfangreichen Papier zur Zukunft des Berliner Nahverkehrs, das bereits am Montag bekanntgeworden war.

IGA-Seilbahn muss zur „besseren verkehrlichen Erschließung“ beitragen

Verkehrsträger, die als ÖPNV anerkannt werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllen. So muss klar sein, dass sie zur besseren verkehrlichen Erschließung von Quartieren beitragen und sinnvoll in ein bestehendes ÖPNV-Netz integriert werden können. Das ist bei der 2017 erbauten ehemaligen IGA-Seilbahn durchaus umstritten.

In einem früheren Entwurf für den neuen Nahverkehrsplan stand, sie erfülle nicht die Anforderungen an ein Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs. Der Stadtteil sei bereits gut durch Busse und den U-Bahnhof Kienberg erschlossen.

„Es freut mich sehr, dass der Entwurf korrigiert wurde und nach dem Beschluss des Senats nun doch die Voraussetzungen für eine Einbindung der Seilbahn an den Gärten der Welt, die Marzahn und Hellersdorf miteinander verbindet, in das ÖPNV-Angebot geprüft werden soll“, erklärte der Linke-Verkehrsexperte Kristian Ronneburg. „Berlin hätte sonst eine Chance verpasst, Seilbahnen auch als öffentliches Verkehrsmittel - nicht nur als Attraktion - zu begreifen.“

Rot-rot-grün will sich dauerhaft für den Weiterbetrieb der Seilbahn einsetzen

Wie die Prüfung auch ausgehen wird: Die rot-rot-grüne Koalition werde sich in jedem Fall für den dauerhaften Weiterbetrieb der Seilbahn einsetzen, ergänzte Ronneburg. Denkbar ist auch, dass sie durch den heutigen oder andere Betreiber als touristisches Highlight weitergeführt wird - also nicht im regulären ÖPNV.

Zuletzt hatten sich auch SPD-Verkehrspolitiker für den Erhalt der Seilbahn innerhalb des Tarifsystems des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) stark gemacht. Sie brachten sie sogar als Vorbild für weitere Seilbahn-Projekte ins Spiel, etwa auf dem künftigen Tegel-Innovationsgelände.

Die Marzahner Seilbahn war 2017 von der Leitner AG aus Südtirol als Attraktion für die Internationale Gartenausstellung (IGA) gebaut worden. Seit dem Ende der Schau betreibt das Unternehmen die Seilbahn im Auftrag der landeseigenen Berlin Grün GmbH. Der Vertrag läuft bis 2020 und könnte verlängert werden.