Kastanienboulevard

Flüchtlingstreff "LaLoka" muss doch nicht ausziehen

Die Deutsche Wohnen lässt den Verein in Hellersdorf vorerst weitermachen. Allerdings nur auf bestimmte Zeit.

Das "LaLoka" ist vor allem ein Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus Afrika

Das "LaLoka" ist vor allem ein Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus Afrika

Foto: Refugees Emancipation e.V.

Der Flüchtlingstreff „LaLoka“ in Hellersdorf muss nun doch nicht schließen – zumindest vorerst. Die Eigentümerin Deutsche Wohnen,und das Bezirksamt einigten sich am Montag darauf, dass die Organisation „Refugees Emancipation“ die Räumlichkeiten am Kastanienboulevard bis Ende des Jahres nutzen darf. Parallel will die Deutsche Wohnen dem Verein bei der Suche nach einem neuen Standort helfen, wo er sich langfristig niederlassen kann.

Ursprünglich wollte die Deutsche Wohnen keinen neuen Vertrag anbieten, da sie die Fläche lieber an einen Supermarkt oder eine Drogerie vermieten will. Dabei hatte sich das Unternehmen auf eine Umfrage der Alice Salomon Hochschule beziehungsweise eine vom Bezirk in Auftrage Bewohnerumfrage berufen. Demnach wünschen sich die Anwohner mehr Einzelhandel- und Dienstleistungsangebote vor Ort.

Und die Deutsche Wohnen macht deutlich, dass an ihren Plänen festhalten will. „Erfolgreiche Quartiersentwicklung braucht beides, attraktiven Einzelhandel und soziale Angebote“, sagt Regionalleiterin Stefanie Koch. Mit der jetzigen Entscheidung habe man einen für alle Seiten guten Weg vorgezeichnet, beides miteinander in Einklang zu bringen.

Verein hofft, dass Versprechen eingehalten wird

Sozialstadträtin Juliane Witt (Linke) lobt, dass die Deutsche Wohnen sich offenbar doch ihrer sozialen Verantwortung in Hellersdorf bewusst sei. „Es ist mit Blick auf die Gesamtentwicklung am Standort und die aktuellen Bauarbeiten weiterer Projekte gut, dass hier im nächsten Jahr gemeinsam geschaut wird, wie die Nutzungsangebote für den täglichen Bedarf und die Unterbringung sozialer Themen gut ausbalanciert werden“, so Witt.

Das „La Loka“ wurde 2014 gegründet und ist ein wichtiger Anlaufpunkt, vor allem für Flüchtlinge aus Afrika. Der Treff wurde zunächst vor allem als Internetcafé genutzt. Bei „Refugees Emancipation“ reagiert man auf die Entscheidung mit Erleichterung. „Das sind gute Nachrichten“, sagt Gründer Chu Eben, ein Geflüchteter aus Kamerun. Nun sei es aber wichtig, rasch mit der Deutsche Wohnen ins Gespräch zu kommen, damit man 2020 nicht wieder ohne Räumlichkeiten da stehe. „Ich hoffe, dass sie sich an ihr Versprechen halten, das haben sie in der Vergangenheit nicht immer getan“, sagt Eben.