Verkehr

Der Kampf um die Parkplätze in Hellersdorf

Am Beispiel Stendaler Straße ist eine Diskussion entbrannt, welche Form von Parkraumbewirtschaftung die sinnvollste ist.

Parkplatz an der Stendaler Straße

Parkplatz an der Stendaler Straße

Foto: Lorenz Vossen

Marzahn-Hellersdorf. Zwei Schranken sorgen in Hellersdorf gerade für Verwirrung. Seit zwei Wochen sichern sie den Parkplatz eines Wohnblocks an der Stendaler Straße, auf dem 500 Fahrzeuge Platz finden. Wer keine entsprechende Zugangsberechtigung, sprich einen Parkplatz für 20 Euro im Monat angemietet hat, muss neuerdings draußen bleiben.

Glaubt man dem Marzahn-Hellersdorfer CDU-Fraktionschef Alexander Herrmann, sind durch die Schranken „massive Probleme“ entstanden. Viele Anwohner und Gewerbetreibende hätten sich hilfesuchend an ihn gewandt. Das Problem: Man könne nun nicht mehr so dicht an die Wohnblöcke heranfahren. „Das betrifft alle, die jemanden mit dem Auto abholen wollen, aber vor allem auch Lieferdienste“, sagt Herrmann.

Das Unternehmen Deutsche Wohnen, dem das Areal gehört, hat nach eigenen Angaben aber nur auf den Wunsch der Mieter reagiert. „Der Parkdruck dort ist ziemlich hoch, es wurde wild durcheinander geparkt“, sagt Sprecher Marko Rosteck. Deshalb sei es nötig gewesen, die Parkplätze, für die die Mieter schließlich auch Geld bezahlen, mit Schranken abzusperren.

CDU will eine elegantere Lösung

Zudem habe man die Maßnahme sorgfältig geplant: An Rettungskräfte, Feuerwehr oder Pflegedienste seien vorab mehr als 100 Transponder verteilt worden, die es braucht, um die Schranken zu öffnen. „Wir haben bislang keine Beschwerden von den Mietern, die Rückmeldungen sind positiv“, sagt Rosteck.

Die CDU kritisiert auch nicht, dass die Deutsche Wohnen ihre Parkplätze schützen und damit Geld verdienen will. „Aber es gibt elegantere Lösungen“, sagt Herrmann. Etwa Bügel, die individuell vor jeden einzelnen Parkplatz montiert und hinauf- und heruntergeklappt werden können. Per Antrag hat die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zuletzt gefordert, dass eine alternative Möglichkeit der Parkraumbewirtschaftung geprüft werden soll. Das Papier wird zunächst aber in den BVV-Ausschüssen diskutiert.

Bei der Deutschen Wohnen merken sie derweil an, dass das die deutlich teurere Variante wäre. Was sich natürlich auf die Parkgebühr auswirken würde.