Umweltprojekt

Mehr kostenloses Trinkwasser und weniger Plastik im Bezirk

In öffentlichen Einrichtungen wie Bürgerämtern soll künftig kostenloses Leitungswasser verteilt werden. Auch mehr Trinkspender sind geplant.

In Marzahn-Hellersdorf wurden vergangenes Jahr fünf neue Trinkbrunnen gebaut

In Marzahn-Hellersdorf wurden vergangenes Jahr fünf neue Trinkbrunnen gebaut

Berlin will Plastik sparen – und Marzahn-Hellersdorf seinen Teil dazu beitragen. In ihrer letzten Sitzung im Dezember hat die Bezirksverordnetenversammlung deshalb einen Antrag der Grünen beschlossen, wonach sich der Bezirk aktiv an dem Projekt „Refill Berlin“ beteiligen soll.

Dabei soll es Bürgern möglich sein, in öffentlichen Gebäuden wie Bürgerämtern, Schulen oder Bibliotheken kostenlos an Leitungswasser zu kommen. Wer eine Trinkflasche mitbringt, kann diese dort auffüllen lassen. „Unter Berücksichtigung lebensmittelhygienischer Belange“, wie es im Antrag heißt.

„Refill Berlin“ wurde im Sommer 2017 von dem Verein „A Tip: Tap“ aus Neukölln ins Leben gerufen, der sich für den Verbrauch von weniger Plastik und mehr Konsum von Leitungswasser einsetzt. Mittlerweile machen mehr als 200 Geschäfte und Einrichtungen mit. Sie sind durch einen Aufkleber mit einem blauen Wassertropen gekennzeichnet.

In Marzahn-Hellersdorf ist das Angebot aber noch relativ überschaubar, nur an rund zwölf Orten gibt es kostenloses "Refill"-Trinkwasser. Das soll sich künftig ändern, auch weil die Wasserbetriebe in der ganzen Stadt rund 100 neue Trinkbrunnen bauen. Vergangenes Jahr hatte der Senat dafür Mittel in Höhe von einer Million Euro beschlossen.

Fünf neue Trinkbrunnen im Bezirk

In Marzahn-Hellersdorf wurden 2018 fünf neue Brunnen errichtet. Die Standorte: Elsterwerdaer Platz, Helene-Weigel-Platz, im Einkaufszentrum Eastgate, Alice-Salomon-Platz und im Wuhlepark. Auf Vorschläge für weitere Standorte hat der Bezirk laut Wasserbetrieben bislang noch nicht reagiert, diese sollen aber folgen.

Berlins Leitungswasser ist das beliebteste Getränk unter den Hauptstädtern, laut einer Forsa-Umfrage zapfen 56 Prozent der Bewohner zapfen täglich aus dem Hahn. Dahinter folgt Kaffee (55 Prozent), der in der Regel auf Leitungswasser-Basis gebrüht wird, und Wasser aus Flaschen (52 Prozent). Rund die Hälfte der Berliner trinkt täglich zwischen 0,5 und 1,5 Liter Leitungswasser.

Beliebt ist das Wasser auch, weil es einen hervorragenden Ruf genießt. „Das Berliner Trinkwasser gilt als sehr gesund, da es ausschließlich aus dem Grundwasser gewonnen wird“, sagt Mediziner Michael Boschmann von der Charité. Es zu trinken sei auch ökologisch, da es vor Ort gewonnen und nicht Hunderte Kilometer durch das Land oder Europa transportiert werde.

Eine Karte mit allen Teilnehmern des "Refill"-Projekts gibt es unter www.refill-berlin.de

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