Attraktion

Die Seilbahn in Marzahn-Hellersdorf soll verlängert werden

Der Bezirk will die Beförderung zu einem günstigen BVG-Preis. Der Senat ist jedoch skeptisch, ob sich das lohnt.

Die Gondeln  der Seilbahn in Marzahn-Hellersdorf fahren seit kurzem am Wochenende wieder über  das Gelände der Internationalen Gartenausstellung.

Die Gondeln der Seilbahn in Marzahn-Hellersdorf fahren seit kurzem am Wochenende wieder über das Gelände der Internationalen Gartenausstellung.

Foto: Reto Klar

Berlin. Seit dem ersten Advent schweben die Gondeln nach einer Sanierungsphase wieder über die Gärten der Welt, zumindest am Wochenende. Doch um die Frage ihrer Zukunft scheiden sich aktuell die Geister. Der Bezirk hat große Pläne mit seiner Hauptattraktion: Demnach würde die Seilbahn in Marzahn-Hellersdorf nicht nur in den Tarif des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) integriert – sprich mit einem BVG-Ticket nutzbar gemacht –, sondern sogar verlängert.

Bislang fahren die 64 Kabinen nur über die Grenze zwischen Marzahn und Hellersdorf mit Zwischenstopp auf dem Kienberg. Laut Bezirksamt aber könnte „auf Marzahner Seite eine Verlängerung bis zur Haltestelle Alt-Marzahn untersucht werden“, heißt es in einer Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Nahverkehrsplans 2019-2023 des Senats.

Senat: "Eine Frage der Finanzierung"

Doch in der Senatsverkehrsverwaltung ist man skeptisch, ob allein der Weiterbetrieb der Bahn, die für die Internationale Gartenausstellung 2017 gebaut wurde, überhaupt lohnenswert wäre. Nach heutigem Stand hat der Betreiber Leitner zwar die Möglichkeit, die Seilbahn bis 2031 am Laufen zu halten. Aber derzeit eben nicht zu VBB-Tarifen, sondern für die Fahrgäste deutlich teurer. Ein langfristiger Betrieb des Landes zu günstigeren Konditionen sei „vor allem eine Frage der Finanzierung“, heißt es in der Verkehrsverwaltung. Die Kosten würden derzeit ermittelt, danach würde entschieden.

Tatsächlich scheint der Senat nicht überzeugt. Laut Prüfung gebe es keinen verkehrlichen Mehrwert, die Strecken vor Ort würden schneller, besser und günstiger mit Bussen bedient. Fazit: „Eine Finanzierung der Seilbahn aus Mitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs wäre kritisch zu sehen.“ Und wolle der Bezirk gar eine Verlängerung, müsse er sich in Eigenregie bemühen. Geht es nach CDU, Linken und SPD im Bezirk, soll die Seilbahn zumindest testweise Teil des VBB-Tarifs werden. Entsprechende Anträge wurden auf den Weg gebracht.

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