Biesdorf

Einbrecher scheitern bei Diebstahl von "Goldnest" in Schule

Das Kunstwerk im Wert von 28.000 Euro steht in der Biesdorfer Fuchsberg-Grundschule. Unbekannte wollten es offenbar stehlen.

Das Goldnest an der Biesdorfer Fuchsberg-Grundschule.

Das Goldnest an der Biesdorfer Fuchsberg-Grundschule.

Foto: Lorenz Vossen

Berlin. Es ist ein wahrer Schatz, der da mitten in der Biesdorfer Fuchsberg-Grundschule lagert: 814 Gramm Feingold, gegossen zu 74 Zweigen, die ein Vogelnest bilden, wie es unter anderem Greifvögel bauen. Allein der Materialwert des "24 kt" (24 Karat) getauften Goldnests liegt bei 28.000 Euro.

Am 16. November wurde das Kunstwerk der nach den Herbstferien neu eröffneten Schule übergeben, sicher gelagert in einer mit Panzerglas geschützten Vitrine zwischen Foyer und Pausenhof. Doch bereits vergangene Woche versuchten Diebe offenbar, es zu stehlen. Wie ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost bestätigte, hatten Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag versucht, in die Schule zu gelangen. Am Morgen entdeckte der Hausmeister eine zerbrochene Scheibe im Eingangsbereich.

Laut Polizei gelang es dem oder den Tätern aber wohl nicht, in das Gebäude einzudringen. Dass es bei der Tat um den Diebstahl des Goldnests ging, sei zwar "reine Spekulation", so der Sprecher. Dennoch liegt der Verdacht nahe. Die Beamten haben die Ermittlungen wegen versuchten Einbruchs aufgenommen.

Kunstwerke in öffentlichen Gebäuden sind Pflicht

"Es ist traurig zu sehen, dass bestimmte Menschen auch nicht vor unseren Schulen halt machen, um sich zu bereichern", sagte der Schulstadtrat von Marzahn-Hellersdorf, Gordon Lemm (SPD), auf Morgenpost-Anfrage. Umso besser, dass das Kunstwerk aus genau diesem Grund einbruchssicher aufbewahrt werde. "Einbrüche lohnen sich hier also nicht, sie beschädigen nur die Schule", so Lemm.

Dass ein derart wertvolles Objekt in einer Grundschule ausgestellt wird, liegt an der gesetzlichen Vorgabe zur Kunst am Bau. Demnach ist der Staat als Bauträger bei öffentlichen Gebäuden verpflichtet, einen gewissen Teil der Baumittel für Kunstwerke zu verwenden - in der Regel rund ein Prozent der Baukosten. In der Grundschule am Fuchsberg ist es definitiv weniger, die Baukosten lagen bei 17,5 Millionen Euro.

Das Goldnest stammt vom Künstler Thorsten Goldberg, der sich in einem Ideenwettbewerb durchsetzen konnte. Seine Idee mit dem Nest gefiel, da es Geborgenheit symbolisiert, zudem liegt die Schule an der Straße Habichtshorst. Goldberg hat die Urheberrechte seines Werks abgegeben, nach 14 Jahren darf die Schule das Nest etwa einschmelzen, verkaufen und mit dem Erlös anschaffen, was sie gerade benötigt.

Immer wieder Goldraube in Berlin

In der jüngeren Vergangenheit hatte es in Berlin immer wieder spektakuläre Goldraube gegeben. Unter anderem wurde vergangenes Jahr eine 100 Kilo schwere Goldmünze aus dem Bodemuseum entwendet, seit Oktober stehen vier Verdächtige vor Gericht. Zuletzt wurde ein Replikat der Friedensnobelpreis-Medaille von Willy Brandt entwendet. Eine Verbindung zu bisherigen Fällen und dem an der Fuchsberg-Grundschule kann die Polizei aktuell nicht erkennen, dies werde aber geprüft.

Von einem "Trend" in Sachen Gold-Diebstählen will die Polizei nicht sprechen. Dennoch liege der Vorteil bei Edelmetallen wie Gold für die Täter auf der Hand: Sie lassen sich einschmelzen, dadurch ist ihre Herkunft meist nicht mehr nachvollziehbar.

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