165 Wohnungen

In Marzahn entstehen wieder Plattenbauten

165 Wohnungen sollen bis zum Frühjahr 2020 fertig werden. Sie entstehen aus standardisierten Baumodulen.

Die Stadt und Land baut 165 Mietwohnungen an der Schkeuditzer Straße.

Die Stadt und Land baut 165 Mietwohnungen an der Schkeuditzer Straße.

Foto: mib märkische ingenieur bau gmbh/Arnold und Gladisch Architekten

Berlin. Das Richtfest, das die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land am Montag an der Schkeuditzer Straße in Marzahn gefeiert hat, ist ein ganz Besonderes. Denn die 165 Wohnungen, die bis zum Frühjahr 2020 fertig werden sollen, entstehen aus standardisierten Baumodulen in der größten Plattenbausiedlung Europas. Vor gut 40 Jahren waren die ersten Bewohner in die DDR-Trabantenstadt am östlichen Stadtrand von Berlin gezogen. Heute wohnen rund 190.000 Menschen in den 103.000 Wohnungen, die einst vom Wohnungsbaukombinat Berlin in Marzahn errichtet wurden.

„Wir freuen uns, dass dieses beispielhafte Projekt in unserem Bezirk entsteht“, sagte Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf (Linke). Marzahn-Hellersdorf sei schließlich seit 40 Jahren Standort von Wohnensembles in modularer Bauweise und das schlechte Image der „Platte“ längst Geschichte. Die alten „Platten“, überwiegend der DDR-Wohnungsbau­serie 70 (WBS 70) mit bis zu elf Geschossen, sind inzwischen umfassend saniert. „Ich wünsche mir, dass Singles und Familien schon bald einziehen und hier ein Zuhause finden“, sagte die Bürgermeisterin weiter.

Die Hälfte der 165 Wohnungen werden durch das Land Berlin gefördert und an Inhaber eines Wohnberechtigungsscheines zu einer Kaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter vergeben, die frei finanzierten sollen im Durchschnittlich unter zehn Euro kosten. Es entstehen Wohnungen mit ein bis vier Zimmern, die jeweils über Balkon oder Terrasse verfügen. 57 Wohnungen sind barrierefrei.

Das neue Wohngebäude ist ein Prototyp, den die Märkische Ingenieurbau GmbH gemeinsam mit dem Berliner Architekturbüro Arnold und Gladisch entwickelt hat. Der modulare Mauerwerksbau mit Stahlbeton Fertig- und Halbfertigteilen soll nicht eintönig sein: „Putz, Farbe und Balkone sowie Fensterformate sind variabel“, sagte Architekt Frank Arnold. Jedes Ensemble bekomme dadurch seinen ganz eigenen, auf den Standort bezogenen Charakter.

Mit dem neuen Typenbau wolle die Stadt und Land „so effizient und umfangreich wie möglich zur Schaffung neuen Wohnraums beitragen“, sagte Stadt-und-Land-Chef Ingo Malter. Schließlich plane das Unternehmen, bis zum Jahr 2026 weitere 10.530 Neubauwohnungen zu errichten.

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