Neuer Bezirk

Tiertafel soll von Treptow nach Marzahn-Hellersdorf ziehen

Hilfe für Haustiere: Das Bezirksamt soll die Bereitstellung von bezahlbaren Räumen prüfen.

Die Tiertafel zieht nun nach Marzahn-Hellersdorf

Die Tiertafel zieht nun nach Marzahn-Hellersdorf

Foto: picture alliance / Oliver Berg/dpa

Berlin. Überall in der Stadt gibt es Orte, wo Menschen, die in Armut leben und Hilfe benötigen, sich etwas zu essen besorgen können: die Tafeln. Sie verteilen Lebensmittel an die, die es nötig haben. Tatsächlich sind es aber nicht nur Berliner, die Hilfe brauchen, sondern auch deren Haustiere.

„Haustiere sind gerade für sozial schwache Menschen oft deren wichtigster Bezugspunkt“, weiß Bezirkspolitikerin Liane Ollech (SPD). Umso schwerer sei es, wenn gerade diese Berliner ihre Haustiere nicht mehr ausreichend versorgen könnten. Die Bezirksverordnete aus Marzahn-Hellersdorf hat deshalb angeregt, eine Tafel für Tiere im Bezirk einzurichten. Das Bezirksamt solle prüfen, inwiefern bezahlbarer Gewerberaum zur Verfügung gestellt werden kann. Dabei solle auch der Kontakt zu den im Bezirk ansässigen Wohnungsbaugesellschaften, Vereinen, Verbänden und zur Wirtschaft gesucht werden. Ein entsprechender Antrag wurde in der Bezirksverordnetenversammlung vergangene Woche in die zuständigen Ausschüsse verwiesen.

Mehr als 20.000 Unterstützer unterschreiben Petition

Hintergrund ist, dass die bisherige Tiertafel an der Mörikestraße in Baumschulenweg in Treptow-Köpenick vor dem Aus steht. Bereits 2016 wurde beschlossen, dass der Bezirk an selber Steller einen Kieztreff errichten will und das bisherige Gebäude abgerissen werden soll. Seitdem ist der neue Standort der Tiertafel ungewiss. Zunächst wurde den ehrenamtlichen Helfern angeboten, sich an selber Stelle auf rund 30 Quadratmeter einzurichten, aber das reicht nicht. Das Problem: Die Tiertafel benötigt mehr Platz, die aktuellen Mietpreise in der Hauptstadt kann sich der Verein nicht leisten. Auf der Internet-Plattform action.ifaw.org werben die Tierschützer vehement für ihr Vorhaben: Mehr als 20.000 Unterstützer haben die Petition an den für Tierschutz zuständigen Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) bereits unterschrieben.

„Wir brauchen rund 150 Quadratmeter, um unser Angebot erfüllen zu können“, sagt Tiertafel-Chefin Linda Oldenburg. Sie führt seit Jahren die bislang einzige Ausgabestelle für kostenfreies Tierfutter in Berlin. Alle vier Wochen kommen bis zu 300 Bedürftige, um sich Futter für ihre Tiere zu sichern. Meist geht es um Hunde, danach ist Futter für Katzen am meisten gefragt. Verteilt werden neben knapp vier Tonnen Futter auch Streu, Heu, Vogelsand, Kotbeutel und Nahrungsergänzungsmittel.

Dem Vernehmen nach ist das Interesse des Bezirks Marzahn-Hellersdorf an der Einrichtung einer Tiertafel durchaus vorhanden. Die zuständige Sozialstadträtin Juliane Witt (Linke) weiß um die Bedeutung der Haustiere. Sie weiß aber auch: „Wir müssen schauen, ob wir geeignete Räumlichkeiten finden.“ Die Politikerin hat sich mit dem Thema bislang noch nicht beschäftigen können, will sich aber darum kümmern.

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