Kaulsdorf

Grundschüler an Ulmen-Schule bekommen kein warmes Essen mehr

Wegen eines fehlenden Stromkabels gibt es an der Ulmen-Grundschule in Kaulsdorf nur noch Kaltverpflegung. Die Eltern sind sauer.

Schüler bei der Schulspeisung (Archivbild)

Schüler bei der Schulspeisung (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Marius Becker / picture alliance / dpa

Belegte Brote und Müsliriegel statt Suppe oder Spaghetti: Für die Schüler der Ulmen-Grundschule in Kaulsdorf gibt es künftig kein warmes Essen mehr. Grund ist ein fehlendes Stromkabel. Dieses sollte in die Aula der Schule verlegt werden, damit dort eine Mensa in Betrieb genommen werden kann. Da dies durch das Bezirksamt noch nicht geschehen sei, werde es ab Oktober nur noch Kaltverpflegung geben, teilte Direktorin Iris Pakulat mit. „Unzumutbare Zustände und die Ignoranz der Verantwortlichen im Schul- und Sportamt und im Bauamt führten zu dieser Entscheidung“, schreibt Pakulat auf ihrem Blog.

Dass die bisherige Mensa nicht mehr genutzt werden kann, liegt an den hygienischen Zuständen. Die Küche in der 1927 eröffneten Einrichtung ist viel zu klein, auch weil die Schule auf Grund des starken Bevölkerungswachstums in Kaulsdorf und Umgebung inzwischen vierzügig ist, statt wie vorgesehen maximal dreizügig. Das Essen wird deshalb in Etappen zwischen 10.45 Uhr bis 14.15 Uhr ausgegeben, manche Schüler kommen deshalb immer wieder zu spät zum Unterricht.

Weil es nur einen Konvektomat gibt, der das vom Caterer gelieferte Essen schonend auftaut, stehen viele Mahlzeiten viel zu lange herum und werden wieder kalt. Ein Verstoß gegen die Hygienevorschriften. In der Küche fehlt außerdem ein Geschirrspüler, das Geschirr wird von Hand gewaschen, die vorgegebenen 70 Grad Wassertemperatur dabei natürlich nicht eingehalten.

"Dieses Beamten-Mikado ist untragbar"

Aus diesem Grund soll die Aula, die bislang auch als Turnhalle diente, zur Mensa umgebaut werden. Die Mittel dafür wurden bereits vom zuständigen Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) bewilligt. Da die Arbeiten aber bis 2020 dauern, wurde bereits im März entschieden, zunächst ein Provisorium einzurichten. Was nun aber am fehlenden Stromkabel scheiterte.

Zuständig wäre hier das Facility Management des Bezirks unter Sozialstadträtin Juliane Witt (Linke) gewesen. Doch deren Amt kam mit der Ausschreibung und Umsetzung der Baumaßnahme wegen Personalmangels offenbar nicht hinterher. „Dieses Beamten-Mikado auf dem Rücken der Schüler ist untragbar“, kritisiert der CDU-Abgeordnete Mario Czaja (CDU).

Nachdem sie vergangene Woche ein wütender Brief der Eltern erreichte, versprach Witt am Wochenende, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Ihr sei der Sachverhalt neu gewesen, schrieb sie auf der Facebook-Seite „Mahlsdorf Live“. Ein mit der Schulleitung verabredetes Treffen am Dienstagnachmittag sagte Witt ab, nach Morgenpost-Informationen ist es nun auf Donnerstag verschoben. Auf Anfrage war die Stadträtin am Dienstag nicht zu erreichen, ob und wann das Mensa-Problem gelöst wird, ist unklar.

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