Wohnungsmangel

SPD Marzahn-Hellersdorf: Rand des Tempelhofer Felds bebauen

Die Sozialdemokraten im Bezirk planen, sich auf dem Landesparteitag für das umstrittene Vorhaben einzusetzen. Ihr Ziel: mehr günstiger Wohnraum.

Bauen oder nicht bebauen? Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld werden wieder Thema

Bauen oder nicht bebauen? Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld werden wieder Thema

Als erster Kreisverband plädiert die SPD Marzahn-Hellersdorf aktiv für eine Bebauung des Tempelhofer Felds. In einem Antrag der Abteilung Kaulsdorf/Mahlsdorf heißt es, dass die SPD-Mitglieder im Abgeordnetenhaus sich dafür einsetzen sollen, dass geprüft wird, ob mit einer Randbebauung das Berliner Wohnungsproblem gelöst werden kann. Über den Antrag sollen die Genossen auf dem Landesparteitag im November anstimmten.

Konkret fordert der Kreisverband, dass mindestens die Hälfte der Wohnungen Sozialwohnungen werden. Zudem soll geprüft werden, wie durch landschaftsgärtnerische Gestaltung eine soziale und ökologische Aufwertung des Geländes inklusive Baum- und Strauchpflanzungen, Sitzmöglichkeiten, Sport- und Spielplätze für alle Altersgruppen zu schaffen ist. Aktuell werde das Feld, im Antrag als "Brache" bezeichnet, den Anforderungen der wachsenden Stadt nicht gerecht.

"Es ist richtig, dass wir in Berlin auch über eine Randbebauung des Tempelhofer Felde nachdenken und diese prüfen", sagt der Abgeordnete und Vize-Kreisvorsitzende aus Marzahn-Hellersdorf, Sven Kohlmeier. Die hohe Symbolkraft der Entscheidung des Volksentscheides zum Tempelhofer Feld, bei dem im Mai 2014 eine Mehrheit der Berliner für eine Nicht-Bebauung votierte, sei seiner Partei durchaus bewusst.

Bezirk wird zu stark verdichtet

Inzwischen hätten sich aber die Rahmenbedingungen geändert, so Kohlmeier. Den Sozialdemokraten im Außenbezirk geht es auch darum, dass ihre Kieze ob der Wohnungsnot nicht bis ins Unermessliche mit Neubauten verdichtet werden.

Zuletzt hatte bereits der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SDP) eine mögliche Bebauung angeregt. Angesichts steigender Einwohnerzahlen steige bei dem Thema auch der Druck. Tatsächlich ist die Berliner Bevölkerung seit dem Volksentscheid um rund sechs Prozent, die Mieten im selben Zeitraum sogar um mehr als 25 Prozent gestiegen. Seit Jahren kommt Berlin mit dem Neubau nicht hinterher.

Müllers Worte sorgten dennoch für Kritik bei den Koalitionspartnern von Linken und Grünen. Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) verwies auf die geltende gesetzliche Grundlage, die eine Bebauung ausschließt. Dem widerspricht Kohlmeier: Juristisch sei ein Volksgesetz wie ein Parlamentsgesetz jederzeit änderbar. "Dies muss ernsthaft geprüft werden."

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