Schlüsselübergabe

Nach 20 Jahren ist die neue Schule endlich fertig

Lange hat es gedauert: Jetzt steht die Fuchsberg-Grundschule in Biesdorf vor dem Bezug. Es warten aber schon die nächsten Probleme.

Schlüsselübergabe an der Fuchsberg-Grundschule

Schlüsselübergabe an der Fuchsberg-Grundschule

Foto: Lorenz Vossen

Marzahn-Hellersdorf. Gordon Lemm nutzt die Gunst der Stunde, um eine lustige Anekdote zum Besten zu geben. Eltern hätten ihm erzählt, so der SPD-Schulstadtrat von Marzahn-Hellersdorf, dass sie bereits Schüler in der Grundschule am Fuchsbau gewesen seien, als die Planungen für einen Neubau begannen. Und dass ihre Kinder nun in ebendiesem Neubau selbst zur Schule gehen würden.

Was witzig klingt, ist in Wahrheit eine unendliche, genauer eine unsägliche Geschichte. Vor 20 Jahren begannen die Planungen für die neue Grundschule in Biesdorf, doch erst am Mittwoch konnte der Bezirk feierlich den Schlüssel übergeben. Nach den Herbstferien werden dann knapp 490 Schüler in der Fuchsberg-Grundschule, wie sie inzwischen heißt, unterrichtet.

Es ist die erste neue Schule im Bezirk seit 15 Jahren, und dass es so lange gedauert habe, sei wahrlich „kein Ruhmesblatt“, so Lemm. Planungsverzögerungen, fehlende Mittel – erst 2016 ging es los. „Dann aber auch recht schnell“, lobt Lemm die Fachleute in der Senatsbauverwaltung, die den Hut auf hatten. Am Ende kostete der Bau mit 17,5 Millionen Euro sogar eine Million Euro weniger als geplant, das Geld fließt zurück in die Landeskasse.

Vor allem der Pausenhof ist ein Hingucker

Herausgekommen ist dennoch ein schicker Neubau, der alles hat, was es in der Vorgänger-Schule zwei Kilometer weiter westlich nicht gab: eine Bibliothek, eine Mensa, einen Mehrzweckraum, ein Lehrerzimmer, eine Sporthalle, einen modern gestalteten Innenhof und vor allem: Platz. Nicht nur in den Räumen selbst, vor allem der großzügig dimensionierte Pausenhof mit Fuß- und Basketballfeld, Trampolinen, Tischtennisplatten und Abenteuerspielplatz ist ein Hingucker. „Wir müssen abwarten, ob die Kinder überhaupt damit zurecht kommen, dass sie jetzt so viel Platz haben“, scherzt Lemm.

Auf der anderen Seite ist das mit dem Platz so eine Sache. Nicht ahnend, wie beliebt Biesdorf für Familien mit Kindern in den letzten zwei Jahren werden würde, ist schon jetzt zu eng in der für 432 Schüler ausgelegte, dreizügige Fuchsberg-Grundschule. Dieses Jahr wird deshalb etwa die Bibliothek zeitweise als Unterrichtsraum fungieren.

Komplizierter wird es kommendes Jahr, wenn noch mal mindestens 100 zusätzliche Anmeldungen erwartet werden. Denn Biesdorf wächst und wächst weiter, in den kommenden Jahren werden im Einzugsgebiet der Schule rund 800 Wohnungen entstehen. Der Bezirk plant deshalb die Errichtung von sechs Containern als Ergänzung, die als Klassenräume genutzt werden sollen und 150 zusätzliche Schüler aufnehmen können.

Zu Beginn des kommenden Schuljahrs soll die Container, die rund eine Million Euro kosten, bezugsfertig sein, sagt Lemm, der aber weiß, dass der Zeitplan eng ist. Denn um die Finanzierung hatte es Streit mit der Senatsfinanzverwaltung gegeben, es gab keine Regelung für die Finanzierung solcher Container, zumal der Bezirk selbst das nötige Geld nicht hatte. Nun soll es möglich sein, diese pauschalen Investitionen vorzuziehen, eine Einigung steht offenbar kurz vor dem Abschluss.

CDU sagt Kapazitätsprobleme vorher

Für die CDU ist das Thema noch nicht ausgestanden. Der Biesdorfer Abgeordnete Christian Gräff befürchtet, dass auch die 150 Schulplätze in den Containern nicht ausreichen würden. Tatsächlich wird laut Schlüssel mit einem Bedarf von 24 neuen Schulplätzen pro 100 Wohneinheiten gerechnet, bei 800 Wohnungen wären das also mehr als 190 Schüler. Bildungsstadrat Lemm glaubt dennoch, dass die Schule die nötigen Kapazitäten aufbringen wird, die Befürchtungen der CDU seien „Orakelei“.

Für die Container der alten Grundschule am Fuchsberg gibt es indes bereits einen Verwendungszweck. Einer geht an die benachbarte Georg-Klingenberg-Schule, zwei weitere werden saniert und als Ausweichmöglichkeit genutzt, wenn es in anderen Schulen wegen Sanierungsarbeiten Engpässe gibt.