Biesdorf

Kein Geld für Verschönerung - Streit um den Schwabenplatz

Ursprünglich sollte der Platz im Süden von Biesdorf aufgewertet werden. Doch um das Projekt abzuschließen, fehlen auf einmal die Mittel.

Auf dem Schwabenplatz in Biesdorf bleibt wohl erstmal alles wie es ist

Auf dem Schwabenplatz in Biesdorf bleibt wohl erstmal alles wie es ist

Berlin. Als in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Siedlungsbau von Biesdorf-Süd begonnen wurde, hielten die Planer eine Fläche im Herzen des Viertels frei: den Schwabenplatz. Ein Ort zum Verweilen, ein Treffpunkt, umschlossen von Bäumen.

"Nach der Wende ist der Platz leider ziemlich verkommen", sagt die Bezirksverordnete von Marzahn-Hellersdorf, Liane Ollech (SPD). Angestoßen von einer Bürgerinitiative wurde vor zwei Jahren schließlich beschlossen, den Schwabenplatz in zwei Schritten aufzuwerten. Und tatsächlich wurden drei Bänke, ein Abfalbehälter und ein Spender für Hundekotbeutel aufgestellt. Auch die Wiese wurde fortan öfter gemäht.

Im zweiten Schritt sollten schließlich die Gehwege saniert und verbreitert werden. So habe es der damals zuständige Stadtrat Christian Gräff (CDU) zugesagt, sagt Ollech. "Es ist ein Projekt, das im Fluss ist, die Bürger fordern die Verbesserungen ein."

Bezirk kann fünfstelligen Betrag nicht aufbringen

Doch Gräffs Nachfolger Johannes Martin (CDU) kündigte vergangene Woche in der Bezirksverordnetenversammlung an, dass dafür keine Mittel zur Verfügung stehen. Die Gehweg-Maßnahme würde mindestens einen fünfstelligen Betrag kosten, der aus dem regulären Budget aber nicht zu finanzieren sei. Geld aus den sogenannten Siwana-Mitteln des Senats, die für Infrastrukturprojekte im wachsenden Berlin gedacht sind, gebe es auch nicht.

SPD-Politikerin Ollech will das nicht gelten lassen, zumal es die CDU gewesen sei, die in der vergangenen Legislaturperiode ihre Zusage für das Projekt gegeben habe. Martin erinnerte daraufhin an andere Plätze im Bezirk, etwa das Gut Hellersdorf oder den Ullrichplatz in Mahlsdorf, die ebenfalls entwickelt werden müssten. "Wir tun im Kleinen, was möglich ist, um den Schwabenplatz zu erhalten und zu verbessern", so der Stadtrat. Möglich sei etwa die Finanzierung einer Infotafel.

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