Marzahn-Hellersdorf

Dagmar Pohle bleibt Bezirksbürgermeisterin

Weil sie bald 65 wird, muss die BVV über das Amt der Linken-Politikerin abstimmen. Nur eine Fraktion ist dagegen.

Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) gratuliert Dagmar Pohle

Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) gratuliert Dagmar Pohle

Foto: Lorenz Vossen

Berlin. Die neue alte Bürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf heißt Dagmar Pohle. Am Donnerstagabend wurde die Linken-Politikerin von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Amt bestätigt. Die Fraktionen von Linken, SPD, CDU und Grünen gaben Pohle ohne Ausnahme ihre Stimmen, einzig die AfD-Fraktion stimmte bei einer Enthaltung dagegen.

Sie freue sich, weiterhin zu tun, was für den Bezirk das Beste sei, sagte Pohle. „Ich mache meine Arbeit gerne, auch wenn es manchmal anstrengend ist.“ Seit 2016 ist Pohle Bürgermeisterin im Ost-Bezirk, es ist ihre zweite Amtszeit nach der Legislatur von 2006 bis 2011.

Die „Wiederwahl“ war nötig gewesen, da Pohle am 7. September ihren 65. Geburtstag feiert. Laut dem sogenannten Bezirksamtsmitgliedergesetz muss die BVV in diesem Fall über den Aufschub des Ruhestands abstimmen. In Rente gehen will Pohle noch nicht.

Die Bestätigung der erfahrenen Politikerin galt als Formalie. Die Linke hatte sich im Vorfeld die Unterstützung der Kooperationspartner von SPD und CDU gesichert. Linken-Fraktionschef Bjoern Tielebein lobte die Atmosphäre und Zusammenarbeit mit den Partnern, bei einem Großteil der bisherigen Beschlüsse habe Konsens geherrscht.

Sogar die AfD lobte Pohles „hervorragende Arbeit“. Fraktionsvize Bernd Pachal ließ die Gelegenheit aber nicht aus, zu erwähnen, welche „Kränkung“ die Besetzung des Bezirksamts für seine Partei gewesen sei. So darf der einzige Stadtrat der bei der Berlin-Wahl 2016 zweitstärksten Kraft im Bezirk, Thomas Braun, lediglich die Ressorts Ordnungsamt und Wohnen verantworten – nichts, womit sich Einfluss üben ließe. „Wir hoffen, dass da noch nachgesteuert wird“, so Pachal. Doch dazu wird es nicht kommen.

Für Erheiterung bei Pohles Amtsbestätigung sorgte der Kommentar von SPD-Fraktionsvize Klaus Mätz: „Neue Besen kehren gut, aber wenn die alten noch funktionieren, braucht man keine neuen.“

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