Berlin

Marzahn-Hellersdorf ist der einzige Bezirk ohne Freibad

Seit Jahren läuft deshalb die Suche nach einer neuen Option. Seit dem Frühjahr ist wieder Bewegung in der Sache.

So ein Freibad wünschen sich die Marzahn-Hellersdorfer auch

So ein Freibad wünschen sich die Marzahn-Hellersdorfer auch

Foto: pa

Berlin. Auch wenn sich das Wetter am heutigen Freitag eine Abkühlung gönnt – es bleibt heiß in Berlin. Und ganz im Osten der Stadt leidet man besonders darunter. Denn seit das Wernerbad in Kaulsdorf 2003 seine Pforten schloss, ist Marzahn-Hellersdorf der einzige Bezirk, der weder über ein Frei- noch ein Strandbad verfügt. „Ausgerechnet dort, wo es viele Familien gibt, die sich keinen Sommerurlaub am Strand leisten können“, sagt die Abgeordnete Iris Spranger (SPD).

Suche nach möglichen Standorten

Zwischenzeitlich schien die Debatte eingeschlafen, doch seit dem Frühjahr ist wieder Bewegung in der Sache. Da wurde in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eine parteiübergreifende AG Freibad gegründet, die mögliche Standorte finden und bewerten sollte. Hauptkriterien waren, dass diese gut an Bus und Bahn angebunden und sich möglichst in Bezirksbesitz befinden sollten.

Laut einer entsprechenden Liste, die der Berliner Morgenpost vorliegt, kommen drei von 19 gesammelten Optionen infrage. Etwa der Bau eines Multifunktionsbads auf dem Gelände des Tierparks, was aber als teure Lösung gilt. Zudem liegt der Tierpark zwar fast in Biesdorf, gehört am Ende aber doch zu Lichtenberg, hier müssten also Gespräche mit dem Nachbarbezirk geführt werden. Machbarer erscheint da ein Ausbau der Schwimmhalle Springfuhl, die über eine gute Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr verfügt und bereits von den Berliner Bäderbetrieben betrieben wird.

Ebenfalls als „grundsätzlich geeignet“ gilt die nah an Brandenburg gelegene Fläche zwischen Golliner Straße und Kemberger Straße, die eine sogenannte Sportvorhaltefläche ist, also einem sportlichen Nutzen vorbehalten ist.

Traumlösung ist ein Kombi-Bad

Als „unter Vorbedenken geeignet“ bewertet die AG Freibad das Gelände der Bundesgartenschau IGA und die Flächen südlich beziehungsweise nördlich des Bahnhofs Wuhletal. Für ausgeschlossen halten die BVV-Vertreter, das Kinderbad „Platsch“ auszubauen – für diese Variante hatte sich zuletzt Sportstadtrat Gordon Lemm (SPD) in der „Berliner Woche“ ausgesprochen.

Ebenfalls auf der Liste stehen die Kaulsdorfer Seen und der Biesdorfer Baggersee, allerdings würden diese ohnehin bereits genutzt, heißt es. Als Traumlösung im Bezirk gilt ein Kombibad. Aber: Rund 25.000 Quadratmeter Fläche wäre dafür nötig. „Wenn es eine solche Fläche gäbe, hätten wir sie wahrscheinlich schon gefunden", sagt der Abgeordnete Kristian Ronneburg (Linke).

Im nächsten Schritt wird das Bezirksamt wohl eine Machbarkeitsstudie für die drei geeigneten Standorte in Auftrag geben. Ganz am Ende stehen aber Verhandlungen mit dem Senat – die Kosten in Millionenhöhe könnte der Bezirk mit großer Wahrscheinlichkeit nicht selbst stemmen.

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