Brände

Hochhausbrand in Biesdorf vermutlich beim Kochen verursacht

22 Menschen wurden durch das Feuer verletzt, 39 Wohnungen sind länger nicht bewohnbar. Das Feuer entstand auf dem Herd.

Berlin. Nach dem Hochhausbrand mit 22 Verletzten in Berlin-Biesdorf können die Bewohner wohl länger nicht in ihre Wohnungen zurück. Der Zugang zu 39 Wohnungen sei von der Bauaufsicht gesperrt worden, sagte ein Sprecher des Bezirks Marzahn-Hellersdorf am Dienstag. Der ganze Aufgang sei in Mitleidenschaft gezogen. Ein Grund für die Sicherheitsbedenken sind demnach vom Feuer zerstörte hölzerne Treppengeländer. Nun müsse sich ein Statiker das Gebäude in der Cecilienstraße anschauen.

Nach Erkenntnissen der Polizei ist das Feuer in dem Haus einer Wohnungsbaugenossenschaft am Samstagmittag wohl beim Kochen verursacht worden. "Wir gehen von Fahrlässigkeit aus", sagte ein Sprecher der Behörde. Der Brand sei auf dem Herd ausgebrochen. In der Wohnung befand sich nach Feuerwehr-Angaben zudem viel leicht brennbares Material, so dass das Feuer sehr schnell kräftig wurde. Die "Berliner Zeitung" berichtete, es habe sich um Unrat gehandelt.

Ein Teil der Bewohner ist in Ausweichquartieren untergebracht. Für etwa 20 Menschen, die sich auf der Suche nach einer Bleibe gemeldet hatten, seien vom Sozialamt Kostenübernahmen organisiert worden: Diese Betroffenen können damit vorerst in Hotels und Pensionen übernachten, wie der Bezirkssprecher sagte. Es sei aber die Frage, wie dies längerfristig geregelt werde: Eigentlich sei der Eigentümer in der Pflicht, die Betroffenen anderweitig unterzubringen.

"Da, wo es hakt, wird der Bezirk natürlich auch weiterhin für schnelle Hilfe sorgen", erklärte Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke). Der Bezirk sei im Gespräch mit dem Eigentümer. Die Wohnungsbaugenossenschaft war auf Anfrage zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nach dem Brand waren die meisten Menschen nach Angaben des Bezirksamts kurzfristig privat unterkommen, nur wenige Bewohner hätten das Wochenende in einer Notunterkunft verbracht.

Das Feuer war in einer Wohnung im dritten Stock ausgebrochen und hatte sich von dort in eine weitere Wohnung und über das Treppenhaus bis unters Dach ausgebreitet. Die Feuerwehr war mit rund 200 Kräften in dem zehngeschossigen Gebäude im Einsatz. Grund für die Verletzungen war vor allem starker Rauch.

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