Biesdorf

Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung in Hochhaus

Nach dem Hochhausbrand in Biesdorf mit mehr als 20 Verletzten ermittelt die Berliner Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Berlin. Der Hochhausbrand in Biesdorf am Sonnabendvormittag mit mehr als 20 verletzten Personen könnte nach Erkenntnissen der Polizei in der Küche einer Wohnung entstanden sein. Das ergaben erste Ermittlungen durch ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA). Die bisherigen Erkenntnisse deuteten auf Unvorsichtigkeit in der Küche als Ursache für das Feuer hin. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. „Eine Vorsatztat kann derzeit ausgeschlossen werden“, sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost. Nichts deute aktuell auf eine andere Ursache hin.

Das Feuer hatte sich am Sonnabendvormittag in dem zehngeschossigen Gebäude an der Cecilienstraße von der dritten Etage aus bis unter das Dach ausgebreitet. Noch während der Löscharbeiten hatte sich abgezeichnet, dass das Mehrfamilienhaus aufgrund der starken Rauchentwicklung für eine ungewisse Zeitdauer nicht mehr bewohnbar sein wird. Etwa 50 Mieter wurden noch am Abend von der Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz in eine Turnhalle gebracht. Dort wurden sie mit warmen Getränken versorgt.

„47 Personen haben sich selbstständig Unterkünfte bei Freunden und Familien besorgt“, sagte der Wirtschaftsstadtrat aus Marzahn-Hellersdorf, Johannes Martin (CDU). Er hatte sich als Vertreter des zuständigen Bezirksamtes mit der Feuerwehr und anderen Helfern um die Unterbringung gekümmert. „Drei Personen konnten wir in einem nahe gelegenen Quartier unterbringen.“ Am Montag wollen Vertreter des Bezirksamtes und der Berlin Brandenburgischen Wohnungsbaugenossenschaft eine Begehung des Brandhauses machen. Wann das Haus an der Cecilien-straße wieder bewohnbar sein wird, sei noch ungewiss. „Ich vermute, dass das in diesem Jahr nicht mehr möglich sein wird“, so Martin.

Ohne den schnellen Einsatz hätte es Tote gegeben

Der Alarm ging um 11.54 Uhr bei der Feuerwehr ein. Binnen kürzester Zeit waren 70 Feuerwehrleute am Einsatzort. Schnell war klar, dass nachalarmiert werden musste. Kurz darauf waren 150 Kräfte im Einsatz, später bis zu 200. Wäre die Feuerwehr nicht so schnell am Einsatzort gewesen, hätte es Tote gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher.

In Deutschland hatten in den vergangenen Monaten mehrere Kommunen das Brandrisiko von Hochhäusern neu bewertet. Anlass war die Katastrophe im Londoner Grenfell Tower im Juni mit 71 Toten. Dort hatte sich das Feuer rasend schnell über die Außenfassade ausgebreitet. In Wuppertal und in Dortmund waren danach Hochhäuser wegen Brandschutzmängeln geräumt worden.

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