Marzahn-Hellersdorf

Bei der IGA geht es an den Feinschliff

Auf einem Rundgang zeigt Christoph Schmidt den Stand der Arbeiten auf dem Gelände der Internationalen Gartenausstellung.

So schön wird die Gartenschau – Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA, erklärt die Attraktionen

So schön wird die Gartenschau – Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA, erklärt die Attraktionen

Foto: joerg Krauthoefer

Es ist ein weißes Feld – soweit das Auge reicht. Die Gärten der Welt, der Kienberg und das Wuhletal liegen unter einer Schneedecke. Auf den Serpentinen zum 102 Meter hohen Kienberg drehen die Autoreifen durch – der Aufstieg muss zu Fuß fortgesetzt werden. Oben der perfekte Blick: Berlin in Miniatur, in der Ferne das flache Land Brandenburg. Eigentlich sollte der Fernsehturm zu sehen sein. Es dauert etwas, bis sich die Wolken weitergeschoben haben und die Kugel aus dem Nebel auftaucht. Erst da ist Christoph Schmidt zufrieden. Der Geschäftsführer der Internationalen Gartenausstellung (IGA) und der Grün Berlin GmbH will, dass alles perfekt ist – auf diesem Rundgang und für alle Besucher, die ab dem 13. April das IGA-Gelände rund um den Kienberg entdecken können.

Aus Weiß wird Bunt – spätestens in zwei Monaten. "Ein Mehr aus Farben" versprechen die Organisatoren der IGA auf dem derzeit winterlichen, 100 Hektar großen Gelände zwischen Blumberger Damm und Hellersdorfer Straße. Am Gründdonnerstag wird die IGA in Marzahn-Hellersdorf eröffnet (Tageskarte 20 Euro). "Jeder Tag ist bis dahin durchgetaktet", sagt Christoph Schmidt. Er hoffe nicht, dass es bis Mitte März so eine sibirische Kälte gebe.

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Seit etwas mehr als zwei Jahren beschäftigen sich um die 100 Ingenieure und Architekten mit dem IGA-Gelände, 500 Arbeiter setzen im Freiland ihre Ideen um. 100 Millionen Euro werden am Ende in die Gartenschau geflossen sein – eine Investition, die auf einen Langzeiteffekt zielt. So wird der Kienberg nach dem Ende der IGA am 15. Oktober als neuer Volkspark an die Öffentlichkeit übergeben – ohne Eintritt.

Es bleiben nur Restarbeiten wie der Innenausbau

Die Arbeiten sind auf der Zielgeraden. "Wir sind im Zeit- und Kostenrahmen", sagt der IGA-Geschäftsführer. Vieles ist schon fertig: das Tropenhaus mit dem balinesischen Garten, in dem nur noch die Möbel aus Bali fehlen, die internationalen Gartenkabinette – 400 Quadratmeter groß und jedes ein Spiegelbild der jeweiligen Landeskultur – und die Seilbahn. Sie hat drei Stationen und verbindet die Haupteingänge am Blumberger Damm und an der U-Bahnstation Kienberg mit dem Berggipfel. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hat die Seilbahn schon getestet.

Die Nutzung der 64 Gondeln – davon zehn mit einem gläsernen Boden – ist im Ticketpreis enthalten. Für die Zeit nach der IGA werde über ein Kombiticket mit den Gärten der Welt nachgedacht, sagt Christoph Schmidt. In den Verträgen ist der Seilbahnbetrieb vorerst bis 2031 gesichert. Letzte Arbeiten laufen noch auf dem Gipfel an der Aussichtsplattform "Wolkenhain". Mit einem Kran müssen noch zwei Bauteile eingefügt werden. Mitte Februar soll auch der markante Turmbau fertig sein.

Für die IGA wurde das Gelände der Gärten der Welt von 17 auf 40 Hektar erweitert. Dazu kommt der 60 Hektar große Kienbergpark. Gleich hinter dem Eingang am Blumberger Damm ist eine Open-Air-Arena für Veranstaltungen mit 5000 Sitzplätzen entstanden. Noch fehlen die Bühne und Stühle. Im Parkett ist nur Schnee. In den Gebäuden rechts und links der künftigen Bühne läuft der Innenausbau. Sie werden noch mit Garderoben, Lagerräumen und Küchen für die Gastronomie ausgestattet.

In Sichtweite von der Arena liegt das Besucherzentrum. Auch in diesem Neubau gibt es noch Restarbeiten. Ein Arbeiter fegt gerade den Staub zusammen, damit der Terrazzoboden gelegt werden kann. Es folgt der Ausbau von Tagungs-, Ausstellungs- und Gastronomiebereichen. Kurz vor der Eröffnung werden noch die Wege gepflastert. Die Besucher können zwischen Rundgängen von 60 bis 180 Minuten wählen. Jeder Weg führe an allen Attraktionen vorbei, sagt Schmidt. Dazu gehören auch viele Angebote für Kinder: Sie können Themenspielplätze und Naturerfahrungsräume auf dem Hang des Kienbergs entdecken, im Umweltbildungszentrum Projekte besuchen und Spaß auf der Sommerrodelbahn haben.

Parkplatz mit 3500 Plätzen an der L 33 und Shuttleservice

Die Besucherströme sollen durch mehrere Eingänge entzerrt werden. An der L 33 wird es einen Sammelparkplatz mit 3500 Stellplätzen und einem Shuttle­service zur IGA geben. Die U5 braucht 25 Minuten vom Alexanderplatz bis zur Station Kienberg, wo auch direkt ein Eingang ist. Christoph Schmidt rechnet mit knapp zwei Millionen Besuchern. Angst, wie bei der Bundesgartenschau (Buga) im Land Brandenburg, das Ziel der Besucherzahlen zu verpassen, hat er nicht. Ein dezentraler Veranstaltungsort, wie bei der Buga, sei immer schwierig, sagt Schmidt. "Der Besucher will das gesamte Füllhorn an Angeboten an einer Stelle." Noch dazu hätte die Buga nur ein Viertel des Budgets gehabt. Dennoch warnt Schmidt davor, den Erfolg nur an den Besucherzahlen zu messen. Für den Tourismus habe die Buga sehr viel gebracht, sagt der Geschäftsführer. Auch das Ziel der IGA sei es, mittel- und langfristige Angebote für die Region zu schaffen. Wie bunt es auf der IGA wird, können Besucher bereits auf der Grünen Woche sehen. Auf 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist der IGA-Campus zu entdecken. Farbenprächtige Orchideen und Frühjahrsblumen geben dort einen Eindruck davon, wie bunt es aussehen wird, wenn es nicht mehr weiß ist.

Erste Probefahrt mit Berlins neuer Seilbahn

Zum Start der Internationalen Gartenschau 2017 wurde in Marzahn-Hellersdorf eine Seilbahn gebaut. Die Strecke beträgt 1.500 Meter.
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