Sicherungsverwahrung

Vorbestrafter Kinderschänder bleibt für immer in Haft

Ein 49-Jähriger war wegen Missbrauchs vorbestraft, wurde rückfällig. Urteil: sieben Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Der Eingang zum Gerichtsgebäude in der Turmstraße in Moabit

Der Eingang zum Gerichtsgebäude in der Turmstraße in Moabit

Foto: Soeren Stache / dpa

Ein dreifach vorbestrafter Sexualtäter ist wegen des erneuten Missbrauchs von Kindern zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin verhängte gegen den 49-Jährigen zudem eine anschließende Sicherungsverwahrung. Der Angeklagte habe zwei Jungen und ein Mädchen aus seiner Nachbarschaft im Stadtteil Marzahn missbraucht, begründeten die Richter am Freitag ihr Urteil. Bei dem Mann bestehe "ein Hang, immer wieder schwere Taten zu begehen".

Das Gericht sah mehr als 20 Übergriffe in der Zeit von Juli 2015 bis Mai 2016 als erwiesen an. Der Angeklagte sei in seinem Umfeld als selbstloser Helfer aufgetreten, sagte die Vorsitzende Richterin. "Er suchte die Nähe zu Kindern, die Zuneigung brauchen und sich freuen, wenn da ein Erwachsener ist, der zuhört und kleine Geschenke macht." Tatsächlich habe der pädophile Angeklagte erneut Opfer gesucht.

Der 49-Jährige war zuletzt im August 2010 nach Verbüßung von fünf Jahren Haft wegen Missbrauchs zweier Jungen aus der Strafhaft entlassen worden. Bis August 2015 stand er unter Führungsaufsicht der Polizei. Er habe durch die erneuten Taten auch gegen Weisungen verstoßen, hieß es nun im Urteil. So habe er immer wieder Spielplätze in der Nähe seiner Wohnung im Stadtteil Marzahn aufgesucht, obwohl ihm der Kontakt zu Kinder verboten gewesen sei.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe nach der letzten Haftentlassung sein "altes Leben verlassen" und mit seiner Verlobten und der gemeinsamen kleinen Tochter gewohnt. Sie hätten sich unter anderem mit einer vierfachen Mutter angefreundet. Er habe sich oft um die Kinder der Frau gekümmert. Deren Anschuldigungen seien falsch. "Die Kinder wurden manipuliert", sagte der Angeklagte. Das Urteil bezeichnete er als "Schwachsinn" und kündigte Revision an.

Die Richter folgten mit ihrer Entscheidung der Staatsanwaltschaft. "Die Sicherungsverwahrung ist zwingend", hieß es weiter im Urteil. Die nun verurteilten Übergriffe hätten "frappierende Ähnlichkeit zu früheren Taten".

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