Erholungspark

Marzahn bekommt zwei neue Gärten der Welt

Die bisher acht Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn sollen noch um mindestens zwei Anlagen ergänzt werden. Für einen Europäischen Klostergarten werden schon die ersten Entwürfe begutachtet.

Foto: jk / dpa-Zentralbild

Ein Englischer Cottagegarten mit großer internationaler Bibliothek der Gartenkultur ist als abschließender Höhepunkt der Inszenierung geplant. Mittlerweile sind der Chinesische, Japanische, Balinesische, Koreanische, Orientalische Garten, der Englische Irrgarten, der Karl-Förster-Staudengarten und als jüngste Zierde der exotischen Schau ein Italienischer Renaissancegarten zu bewundern.

Hendrik Gottfriedsen, langjähriger Chef der landeseigenen Grün Berlin Park und Garten GmbH, kündigte am Mittwoch an, dass der Klostergarten 2009 öffnen soll. Er werde in besten Jahrhunderten langer, europäischer Klostertradition ein moderner Ort der Stille und inneren Einkehr sein, aber auch Räume zum Beten bieten. Die Anlage soll von einer Mauer umgeben sein und einen klassischen Kreuzgang erhalten. Sie soll zwischen Chinesischen und Japanischen Garten unterhalb des Kienberges entstehen. Die Kosten von 1,5 bis 1,8 Millionen Euro werden mit Hilfe von Fördermitteln des Landes Berlin gedeckt. Die Allianz Umwelt-Stiftung übernimmt die Co-Finanzierung. Gottfriedsen, der in diesem Sommer in den Ruhestand tritt, sieht zwar die Kapazität des Erholungsparks inmitten der Plattenbausiedlung für weitere Gärten weitgehend erschöpft, macht sich aber noch für einen englischen Cottage-Garten mit Landhaus stark. "Meinem Nachfolger werde ich diese Idee mit auf den Weg geben", sagt er. Der Garten im britischen Stil solle der Liebe der Deutschen zu Pflanzen entgegen kommen. Sein Standort steht noch nicht fest.

Jüngste Zierde des Ensembles Gärten der Welt ist seit Monatsbeginn ein Italienischer Renaissancegarten. Er heißt "Giardino della Bobolina"; in Anlehnung an eine 1,30 Meter hohe Marmorfigur namens Bobolina", die im Hauptgarten der Anlage nebst Brunnen und Fontäne platziert wurde. Sie ist eine Kopie der gleichnamigen Statue aus dem 16. Jahrhundert in den berühmten Boboli-Gärten von Florenz. Die Besucher des Marzahner Gartens erwartet eine Zeitreise in sonnige italienische Gefilde der Toskana. So führt der Weg über zwei Treppenaufgänge, zum Teil mit Pflanzen überwuchert, durch verschiedene kunstvolle Tore, eine Loggia lädt ebenso zum Verweilen ein wie etliche Steinbänke.

Geschnittene Buchsbaumhecken und -figuren, antike Skulpturen, steinerne Brunnen, viele mediterrane Kübelpflanzen in Terrakottagefäßen erinnern an die Renaissance. Die Gartenanlage bietet weite Blicke über den Park. Sie kostete 2,1 Millionen Euro. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD): "Die in Marzahn meisterhaft praktizierte Gartenkunst ist Bindeglied zwischen den Völkern und Kulturen." Öffnungszeiten des Parks: täglich 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

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