Ermittlungen

Berliner Zahnarzt soll Russland um Millionen geprellt haben

Die russische Botschaft erfuhr erst Monate später, dass ihr mehrere Grundstücke in Karlshorst nicht mehr gehören.

Die russische Botschaft erfuhr erst Monate später, dass ihr mehrere Grundstücke in Karlshorst nicht mehr gehören.

Foto: Jörg Carstensen/dpa

Mit gefälschten Unterlagen soll ein Zahnarzt mehrere Grundstücke in Berlin verkauft haben, die eigentlich dem russischen Staat gehören.

Berlin. Man kann nicht verkaufen, was einem nicht gehört: Das sah ein Berliner Zahnarzt offensichtlich anders. Laut eines Berichts des „Spiegel“ soll der 69 Jahre alte Medizinier aus Grunewald, der eine Praxis in Neukölln betreibt, den russischen Staat um Millionen geprellt haben. Mit gefälschten Vollmachten soll sich Jefim B. als Beauftragter des Kreml ausgegeben und mehrere Grundstücke, die im Besitz des russischen Staates waren, zum Kauf angeboten haben.

Eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen Betrugs und Urkundenfälschung zum Nachteil der Russischen Föderation.

Konkret geht es laut Bericht um ein rund 17.000 Quadratmeter großes Areal am alten Flugplatz in Karlshorst sowie drei weitere leerstehende und verfallene Wohnhäuser. Dafür sollen Jefim B. und seine ukrainische Geliebte rund 13,5 Millionen Euro kassiert haben. Die mutmaßlichen Betrüger sollen sich bereits im November 2020 beim zuständigen Amtsgericht Lichtenberg Informationen zu den Grundstücken eingeholt haben.

Russische Botschaft erfuhr erst im März von den Vorgängen

Der Zahnmediziner soll sogar noch dreistere Pläne gehabt haben. So soll er versucht haben, ein Seegrundstück in Brandenburg, das frühere sowjetische Generalkonsulat in Dahlem und sogar das ehemalige Gebäude der russischen Fluglinie „Aeroflot“ direkt neben der Botschaft Unter den Linden zu verkaufen.

Erst dadurch soll die russische Botschaft auf die Vorgänge aufmerksam geworden sein. Da sie mittlerweile nicht mehr im Grundbuch stand, legte sie sofort Widerspruch ein. Die Grundstücke in Karlshorst wurden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, Gelder eingefroren sowie Wohnungen und Büros durchsucht.