Neu-Hohenschönhausen

Wettbewerb: Aus Großsiedlung soll urbanes Zentrum werden

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Jan-Henrik Hnida
Gewinnerentwurf vom städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerb für das Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen.

Gewinnerentwurf vom städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerb für das Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen.

Foto: superwien urbanism/ Senatsverwaltung Wohnen

Österreichische Architekturbüros gewinnen den städtebaulichen Wettbewerb für das Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen.

Die Pläne für das Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen werden konkreter. Der dazu im Mai von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen gemeinsam mit dem Bezirksamt Lichtenberg ausgelobte städtebauliche Ideen- und Realisierungswettbewerb wurde nun entschieden. Der erste Preis ging an den Gemeinschaftsentwurf der österreichischen Büros „superwien urbanism zt gmbh“ aus Wien und „studio boden Landscape Architecture + Urban Design“ aus Graz.

Das Konzept des Büros ‚superwien‘ überzeugte die Jury insbesondere durch die „spannungsreiche und interessante Setzung der Baukörper mit hohem Identitätspotenzial und die geschickte Verteilung der unterschiedlichen Nutzungen des Raumprogramms in einem Zusammenspiel von Blockbebauung und schlanken Hochhäusern mit über 500 Wohnungen und vielfältigen gewerblichen Nutzungen“, erklärte die Berliner Architektin und Preisgerichtsvorsitzende Ulrike Lauber.

Die Freiraumgestaltung begeisterte die Jury

Auch die Freiraumgestaltung fand bei der Jury Anklang: Vom neuen Brunnenplatz mit dem Kultur- und Bildungszentrum sowie neuer Markthalle über den „alles verbindenden Boulevard“, der vom Prerower Platz bis zum Bahnhof Hohenschönhausen führe, bis hin zur Integration der Grünzüge. Mit einer deutlichen Aufwertung des Grünraums entlang der Falkenberger Chaussee, so Lauber.

Kritisierte ein Uni-Projekt den Wettbewerb als „bürgerfern“, freut sich Lichtenbergs Bezirksbürgermeister und Jurymitglied Michael Grunst (Linke) auf die Umsetzung des Projekts: „Das zukünftige urbane Zentrum von Neu-Hohenschönhausen wird ein Ort sein, an dem man gern seine Freizeit verbringt, arbeitet und wohnt.“ Durch das intensive Auswahlverfahren sei die Entscheidung für ein Konzept gefällt worden, das genau dieses Potenzial aufweise.

Nach 30 Jahren die Chance zu haben, das Zentrum einer Großsiedlung aus den 1980er-Jahren neu zu gestalten und einen Ort in einem wichtigen Bezirk unserer Hauptstadt zu qualifizieren – das sieht der Abteilungsleiter für Städtebau und Projekte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Manfred Kühne, im Vorhaben. „Das ausgewählte Konzept überzeugt durch visionäre Ideen zur Mobilitätswende, zu neuen Gebäudetypen sowie innovativen Wohn- und Lebensformen“, sagte er.

Ausstellung der Siegerentwürfe findet vorerst nur online statt

Alle Entscheidungen der Wettbewerbsjury fielen einstimmig, so die Pressestelle des Bezirksamts Lichtenberg. Neben dem Siegerentwurf wurde ein zweiter Platz gekürt, er ging an das Studio Schultz Granberg in Zusammenarbeit mit dem Büro bbz Landschaftsarchitekten gmbh bdla, beide aus Berlin. Die Preissumme beträgt insgesamt 96.000 Euro.

Die Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge erfolgt pandemiebedingt zunächst digital. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich die Arbeiten ab Donnerstag, den 16. Dezember im Internet anzuschauen. Die Eröffnung der Ausstellung und Preisverleihung der prämierten Arbeiten findet ab 18.30 Uhr als Videokonferenz statt und wird als Livestream auf dem Youtube-Channel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen übertragen.

Im Frühjahr 2022 werden die Arbeiten in einer Ausstellung vor Ort in Neu-Hohenschönhausen gezeigt. Über Details informiert vorab die Pressestelle des Bezirksamtes Lichtenberg.