Lichtenberg

Grunst: „Es werden viele Menschen sterben“

Jan-Henrik Hnida
Spahn zum Kampf gegen Corona: "Die Zahl der Kontakte muss runter"

Spahn zum Kampf gegen Corona: "Die Zahl der Kontakte muss runter"

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eindringlich für Maßnahmen im Kampf gegen die vierte Corona-Welle in Deutschland geworben. Ein wichtiger Schritt dabei sei: "Die Zahl der Kontakte muss runter", sagte Spahn in Berlin.

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Angesichts hoher Corona-Zahlen wählt der Lichtenberger Bezirksbürgermeister drastische Worte. Fast alle Weihnachtsmärkte abgesagt.

Berlin. Die vierte Welle hat auch Lichtenberg voll erreicht: Ein Corona-Ausbruch in zwei Lichtenberger Pflegeheimen mit zwei Toten samt Impfdurchbrüchen und viele abgesagte Veranstaltungen.

„Es werden viele Menschen sterben“, schrieb Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) auf Facebook. „Offensichtlich droht das Infektionsgeschehen außer Kontrolle zu geraten. Die Krankenhäuser sind voll. Die Gesundheitsämter haben die Belastungsgrenze längst überschritten. Die Infektionszahlen steigen weiter. Unsere Kinder sind weiter wenig geschützt“, so Grunst weiter.

Er teilte mit, dass das Bezirksamt beschlossen habe, alle bezirklichen Veranstaltungen abzusagen – neben dem Rathaussturm des Lichtenberger Carnevalclubs auch den Karlshorster Weihnachtsmarkt. Das seien keine leichten, aber längst überfällige Entscheidungen im Umgang mit der vierten Corona-Welle, so Grunst. Veranstaltungen angesichts der aktuellen Infektionszahlen und der Infektions-Dynamik unter Volllast könnten derzeit sehr schnell zu „Superspreader-Events“ (Superverbreitungsereignissen) werden.

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Diese Weihnachtsmärkte in Lichtenberg wurden bereits abgesagt:

Nicht abgesagt wurden der „Winterzauber Berlin“ an der Landsberger Allee sowie der Kulturweihnachtsmarkt am Orankesee. Letzterer soll am 3. und 4. Adventswochenende vom 10. bis 12. und vom 17. bis 19. Dezember täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet sein.

Noch steht auf der Internetseite des Kulturweihnachtsmarkts das 2G-Modell als Hygienekonzept – für Cardboard Tamagotchi am Sandstrand, Livemusik auf der Pickup-Truck-Bühne und Kunsthandwerk sowie Genüsse aus aller Welt „im schönsten Strandbad des Berliner Nordens“. Doch laut dem Hauptstadtportal berlin.de gilt ab dem 27. November „die Maskenpflicht auch auf 2G-Weihnachtsmärkten“.

Deutlich appelliert Bezirksbürgermeister Grunst an die Mithilfe aller Lichtenbergerinnen und Lichtenberger: „Lassen Sie sich impfen. Vermeiden sie weitgehend nicht notwendige Kontakte, testen Sie sich regelmäßig.“