Mittel gekürzt

Tiertafel: Versorgung von 500 Berliner Haustieren gefährdet

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Jan-Henrik Hnida
Vor der Ausgabestelle der Tiertafel bildet sich regelmäßig eine Warteschlange.

Vor der Ausgabestelle der Tiertafel bildet sich regelmäßig eine Warteschlange.

Foto: Berliner Tiertafel

Der Zuschuss des Senats für die Berliner Tiertafel sinkt um 33.000 Euro. Der Verein sucht finanzielle Unterstützung.

Berlin. Die Berliner Tiertafel sucht dringend finanzielle Unterstützung. Spenden von Stiftungen, Unternehmen oder Privatpersonen werden benötigt, um die gemeinnützige Vereinsarbeit weiterführen zu können. Denn ab 2022 soll die bisherige Zuwendung der Berliner Tierschutzbeauftragten in Höhe von rund 45.000 Euro pro Jahr auf 12.000 Euro reduziert werden.

Seit 2014 werden in Hohenschönhausen Menschen unterstützt, die aufgrund finanzieller Notlagen oder Einschränkungen Hilfe bei der Versorgung ihrer Tiere benötigen. „Unser Verein arbeitet fast komplett ehrenamtlich, allerdings haben wir beträchtliche laufende Kosten für die Miete unseres Vereinsstandorts in Berlin-Hohenschönhausen und die tierärztliche Sprechstunde, die begleitend zu unseren 14-tägigen Futterausgaben stattfindet“, sagt Linda Hüttmann, Vorsitzende der Berliner Tiertafel.

Zwei Mini-Jobstellen wegen finanzieller Kürzung in Gefahr

Zudem werden die 30 Ehrenamtlichen von zwei Mitarbeitenden auf Minijob-Basis unterstützt. Wenn demnächst nur noch rund ein Viertel der bisherigen Förderung zur Verfügung stehe, könne die Tiertafel die Kosten mittelfristig nicht mehr finanzieren, so Hüttmann.

Das Engagement einzustellen, sei aber keine Alternative, betont die Tiertafelvorsitzende: „Zu unserer Futterausgabe kommen regelmäßig bis zu 250 Berliner Tierhaltende mit insgesamt 500 Tieren.“ Diese Menschen, die selbst häufig in prekären Situationen leben, können und wolle man nicht im Stich lassen. Kein Tier solle aus finanziellen Gründen seine Familie verlieren.

Hüttmann: „Die Tiertafel ist in Berlin ein unverzichtbares Sozialprojekt geworden.“

Daher werden Stiftungen, Unternehmen oder auch Privatpersonen gesucht, die die Tiertafel zukünftig unterstützen können. „Auch an einer institutionellen Förderung des Landes Berlin sind wir interessiert, denn die Tiertafel ist in Berlin mittlerweile ein unverzichtbares Sozialprojekt geworden“, so die Vorsitzende.

Wegen ausgesetzter Futterausgabe verschickte die Berliner Tiertafel während der Corona-Pandemie Hunderte Gutscheine. Lohn dafür war ein Tierschutzpreis im Dezember 2020.

Wer die gemeinnützige Arbeit der Berliner Tiertafel unterstützen möchte, kann sich an Linda Hüttmann wenden – per E-Mail an berlin@tiertafel.org oder Telefon: 0151-65 779 705.