Berufsverkehr

Wegen Stau: Tramlinie 21 unterbricht regelmäßig Betrieb

| Lesedauer: 2 Minuten
Lea Hensen
Der Berufsverkehr führt in Berlin zu langen Staus.

Der Berufsverkehr führt in Berlin zu langen Staus.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Die Tram kommt oft nicht durch den Feierabendverkehr auf der Ehrlichstraße. Eine neue Ampelsteuerung soll das Problem ab 2022 lösen.

Berlin. Der Feierabendstau in Karlshorst sorgt regelmäßig für eine Unterbrechung der Tramlinie 21. Insgesamt 14 Mal habe die Straßenbahn in diesem Monat ihren Betrieb temporär eingestellt, weil zu viele Autos die Ehrlichstraße blockierten, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf Nachfrage mit. Sie werde dann bis zur Haltestelle Blockdammweg zurückgezogen, sodass die Weiterfahrt bis zum S-Bahnhof Schöneweide entfällt.

Viele Fahrgästen stranden also am Blockdammweg. Der Berliner Fahrgastverband IGEB kritisiert, dass sie von dort aus rund 1,3 Kilometer laufen müssen, um die nächste Haltestelle an der Treskowallee zu erreichen, an der wieder eine Straßenbahn fährt. Die temporäre Einstellung der Fahrtstrecke sei rechtswidrig, da die BVG gegen ihre Betriebspflicht verstoße. Fahrgäste würden an den betroffenen Haltestellen weder ausreichend informiert noch stelle die BVG einen Ersatzverkehr mit Bussen oder Taxen zur Verfügung, die die Strecke bis zur Treskowallee überbrücken, indem sie zum Beispiel auf die Wandlitzstraße ausweichen.

BVG: Fahrgastinformation nicht an allen Haltestellen möglich

Laut BVG ist eine temporäre Betriebseinstellung in solchen Fällen durchaus üblich. „Da die Betriebseinstellungen in der Regel nur einige Stunden dauern, ist eine analoge Information per Aushang an den Haltestellen kaum möglich und wäre auch nicht zielführend“, antwortete BVG-Sprecher Markus Falkner. Die Fahrgäste würden an den Haltestellen Blockdammweg, Traberweg, Volkspark Wuhlheide und Brückenstraße informiert, im restlichen Bereich sei dies nicht möglich.

Lesen Sie auch:

Die Verkehrsbetriebe führen die langen Feierabendstaus auf zwei Ursachen zurück: Zum Einen sind derzeit beide Fahrtrichtungen der Rummelsburger Landstraße, Hauptverkehrsstraße in näherer Umgebung, durch Bauarbeiten eingeengt. Viele Autos würden auf die Ehrlichstraße ausweichen, die Arbeiten sollen noch bis Ende Januar 2022 andauern. Zum Anderen würden die Staus durch die Ampelschaltung auf der Ehrlichstraße entstehen: Die Ampeln dort sind fest programmiert und nicht am Verkehrsaufkommen ausgerichtet.

Eine Lösung könnten demnach Ampeln sein, die erkennen, wie dicht der Verkehr ist und ihn entsprechend steuern. Wie Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr, auf Nachfrage mitteilte, wurden derartige Ampeln bereits angeordnet, ab 2022 gehen sie in Betrieb. Bis dahin bleibt der Streckenabschnitt wohl weiter problematisch, Fahrgäste müssen sich darauf einstellen, das restliche Stücke bis zu ihrer Zielhaltestelle zu Fuß zu gehen. Die Senatsverwaltung für Verkehr prüfe gemeinsam mit der BVG „zusätzlich temporäre Maßnahmen für eine zeitnahe Verbesserung der Situation“, so Thomsen.