Hohenschönhausen

Lange Schlangen vor neuer Impfstelle im Linden-Center

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Jan-Henrik Hnida
Anstehen zur Corona-Impfung - am Linden-Center in Hohenschönhausen gibt es jetzt ein neues Angebot. 

Anstehen zur Corona-Impfung - am Linden-Center in Hohenschönhausen gibt es jetzt ein neues Angebot. 

Foto: Jan-Henrik Hnida

Ohne Termin: Lange Schlangen bildeten sich am Lichtenberger Einkaufscenter. Pro Tag sollen bis zu 800 Menschen geimpft werden.

Berlin. Seit sieben Uhr morgens warten am Montag Menschen am Linden-Center in Hohenschönhausen für die Corona-Impfung. Haben sich am Vormittag lange Warteschlangen am West-Eingang vor dem mobilen Impfbus gebildet, stehen am östlichen Eingang noch mal genauso viele an der neu eröffneten Impfstelle an. Ohne Termine wird dort nun der Impfstoff von Biontech verabreicht.

Um schnell die neue Impfstation in den ehemaligen Räumen des Nordsee-Restaurants zu errichten, halfen der Ortsverband des Technischen Hilfswerks Lichtenberg mit 14 Personen und die Johanniter mit neun Mann beim Aufbau mit. „Im Einbahnstraßensystem geht es von draußen über unsere Anmeldekabine bis zu den fünf Impfkabinen durch“, erklärt die Leiterin der Impfstation, Andrea Ferber, von den Johannitern. Pro Tag sollen hier 600 bis 800 Menschen geimpft werden. „Das wird sich langsam bis zum Wochenende aufbauen, bis wir auf Volllast gehen können“, sagt Ferber.

Am Montag warten zwei ältere Ehepaare auf ihre Booster-Impfung, andere werden zum ersten Mal gepikst. „Das wird ein längerfristiges Projekt sein. Mindestens bis Februar wollen wir hier den Leuten ein Impfangebot machen – mit genügend Impfstoff“, sagt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke), als er sich die Räume anschaut.

Im ehemaligen Küchenbereich sitzt Birgit Reinhold mit fertig ausgefülltem Anamnese-Bogen. „Wir wurden ja jetzt zum Impfen gedrängt“, sagt die Verkäuferin, die nun ihren ersten Piks für den Beruf brauche. Sie sorgt sich um mögliche Nebenwirkungen durch die Corona-Impfung, ist verunsichert. „Ich weiß nicht, was auf mich zukommt. Jeder verträgt den Impfstoff ja auch anders“, sagt Reinhold skeptisch, bevor sie den Vorhang hinter sich zuzieht. In vier Wochen muss sie zur Auffrischung wiederkommen.

Ab dem 3. Dezember soll auf der Trabrennbahn in Karlshorst die nächste Impfstelle der Johanniter ihre Türen öffnen. „Dort wollen wir eine vierstellige Impfkapazität erreichen, mit teilweisen Terminbuchungen“, erläutert Ferber. Im Linden-Center ist ohne Termin mit Wartezeit zu rechnen. Fünf Stunden stand etwa Verkäuferin Birgit Reinhold für ihre erste Corona-Impfung an.

In Friedrichshain wird durchs offene Fenster geimpft

Viel gepikst wird auch in nächster Nähe des Einkaufscenters. Wochentags mit und am Wochenende ohne Termin impft der Kinderarzt Steffen Lüder in seiner Praxis am Prerower Platz 4. „Das Advents-Impfen startet ab 11 Uhr am ersten Advent – und ist frei für jeden“, sagt Lüder, der Biontech und Johnson & Johnson verimpft. Unter der Woche, jeden Dienstag, muss man sich zur Impfung anmelden.

Noch niedrigschwelliger wird in der Friedrichshainer Arztpraxis Weber&Klonz geimpft – nämlich am Fenster. Muss für die Erstimpfungen ein Termin vereinbart werden, erfolgt die Zweit- oder Dritt-Impfung spontan ohne Termin. „Wenn Ihre letzte Impfung rund fünf Monate her ist, kommen Sie Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag von 14 Uhr bis 16.30 Uhr“, teilt die Praxis auf ihrer Internetseite mit. Nicht in die Praxis, sondern nach der Treppe links vor das letzte Fenster.

Mitbringen zur Impfung sollte man seinen Personalausweis, den Impfpass und eine FFP2-Maske.

Die Impfstelle im Linden-Center, Prerower Platz 1, hat ab Mittwoch, den 24. November, von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eingang ist im Erdgeschoss, gegenüber der Apotheke. Bis Mittwoch kann man sich von 11.30 Uhr bis 17.30 Uhr impfen lassen.