Lichtenberg

Hochhaus erhält Windmühlen – aber keine Parkplätze

Die Howoge baut in Lichtenberg knapp 400 Wohnungen auf 22 Geschossen. Auf dem Dach sollen zwei Windmühlen stehen.

Die Howoge baut bis 2022 ein neues Wohnhochhaus mit fast 400 Wohnungen.

Die Howoge baut bis 2022 ein neues Wohnhochhaus mit fast 400 Wohnungen.

Foto: BE Berlin GmbH mit Gerd Jäger

Berlin. Auf einem ehemaligen Gelände der Deutschen Bahn an der Frankfurter Allee 218 wurde der Grundstein für ein neues Hochhaus mit Wohn- und Gewerbeflächen gelegt. Auf 22 Geschossen entstehen 394 Wohnungen. Obwohl die Grundstücksfläche mit rund 4600 Quadratmetern verhältnismäßig klein ist, hatte es im Vorfeld im Untergrund Probleme gegeben: Ein gefüllter Öltank der Deutschen Reichsbahn war im Boden aufgetaucht. Trotz Verzögerungen soll das Haus im Frühjahr 2022 bezugsfertig sein.

Q18 heißt der Wohnturm – in Anlehnung an das Nachbargebäude namens Q16. Im etwa doppelt so hohen Howoge-Gebäude wird der Großteil der Fläche für Wohnungen verwandt, von denen 118 als geförderter Wohnraum zu 6,50 Euro und weitere 79 Wohnungen zu 8,20 Euro pro Quadratmeter nettokalt angeboten werden. Auch die restlichen Wohnungen werden preislich unter 10 Euro pro Quadratmeter liegen. Die meisten Wohnungen werden als Ein- bis Zweiraum-Wohnungen vermietet. Zudem sollen ein Fitnessparcours und Erholungsflächen für die neuen Bewohner bereitstehen. Nur einen Kilometer entfernt lässt die Howoge übrigens ein weiteres Hochhaus bauen. An der Frankfurter Allee, Ecke Möllendorfstraße wird im nächsten Jahr ein Büroturm fertiggestellt.

Bezirksbürgermeister Michael Grunst ist erklärter Fan von Hochhäusern; „am liebsten sind mir die, die über 100 Meter hoch sind“, sagt der Linken-Politiker. Howoge-Geschäftsführer Ulrich Schiller sieht das ähnlich: „Wir müssen in die Höhe bauen, wenn Berlin dichter werden soll.“ Ihm sei bewusst, dass Hochhäuser nicht immer Gefallen unter Anwohnern finden, sagt er, wohl mit Hinblick auf die Salzmannstraße, wo ein geplantes Hochhaus für Protest sorgt. „Wegen der geringen Grundfläche kann aber in der Umgebung viel Grün stehenbleiben.“

Dachaufbauten sind noch nicht beantragt und genehmigt

Überhaupt sei ihm die ökologische Komponente sehr wichtig. Das Wohnhochhaus verfügt über Ladestationen für E-Autos und Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. In Lichtenberg will das Wohnungsunternehmen zudem etwas Neues ausprobieren: Auf dem Dach sollen zwei Windmühlen stehen. Zusammen mit den Solarzellen sei dann das ganze Haus energietechnisch autark. Beantragt und genehmigt sind diese aber noch nicht.

Pkw-Stellplätze sind übrigens keine geplant. Das Gebäude liegt am Bahnhof Lichtenberg, Rad-Stellplätze werde es genügend geben. „Wir haben Klimawandel und wollen die Stadt der kurzen Wege vorantreiben“, begründet Schiller den Verzicht auf Parkplätze. Außerdem sei kürzlich ein Jelbi-Mobilitätshub an der Frankfurter Allee genehmigt worden.