Trabrennbahn Karlshorst

Riesenflohmarkt findet mit neuem Konzept statt

Mehr als 500 Händler bieten am Wochenende in Karlshorst Antiquitäten an. Erstmals öffnet der Riesenflohmarkt an zwei Tagen.

Auf der Trabrennbahn in Karlshorst findet der Riesenflohmarkt in diesem Jahr erstmals an zwei Tagen statt.

Auf der Trabrennbahn in Karlshorst findet der Riesenflohmarkt in diesem Jahr erstmals an zwei Tagen statt.

Foto: Oldthing.de

Berlin. Der große Antikmarkt auf der Karlshorster Trabrennbahn, Einheits- oder Riesenflohmarkt genannt, findet auch in diesem Jahr statt. Nach Erfüllung strenger Hygieneauflagen können die Veranstalter am 3. und 4. Oktober zum Stöbern einladen. Neu ist die Aufteilung auf zwei Markttage, auch die Zahl der Händler fällt etwas geringer aus als in den Vorjahren. Mit mehr als 500 Marktständen ist der Einheitsmarkt trotzdem noch der nach eigenen Angaben größte Flohmarkt Berlins.

Regina Pröhm ist sichtlich erleichtert, dass der Flohmarkt trotz der Corona-Pandemie stattfinden kann. „Dieses Jahr wird alles digitaler“, sagt die Gründerin von „oldthing“, der Firma, die den Markt veranstaltet. Erstmals müssten sie nun auch Eintritt nehmen. „Wir haben sehr hohe Auflagen bekommen, um öffnen zu dürfen“, so Pröhm. Das Gelände musste eingezäunt werden, der Einlass ist nur nach Kauf eines Tickets, online oder vor Ort, für 2,50 Euro möglich. Auch die Kontaktdaten müssen hinterlegt werden. Maximal 5000 Besucher dürfen gleichzeitig auf dem Gelände sein. Ein Rundgang ist dabei auf 2,5 Stunden angelegt, wer länger braucht, kauft ein Tagesticket für 5 Euro.

Dass der Riesenflohmarkt in Berlin stattfinden kann, habe man einer Sonderregelung des Senats zu verdanken, weiß Pröhm. „Eigentlich wurden wir als Großveranstaltung eingestuft, da wir etwa 30.000 Besucher am Markttag haben.“ Großveranstaltungen mit bis zu 5000 Gästen sind in Berlin bis Ende des Jahres verboten. Eigentlich gehört der Riesenflohmarkt jedoch in die Kategorie der Wochenmärkte, so Pröhm. „Wir wurden anfangs einfach vergessen.“ In Berlin sind Flohmärkte seit Mai wieder erlaubt. Händler in anderen Bundesländern hätten es dabei schwieriger, so die Trödel-Expertin.

Internationale Händler kommen nach Karlshorst

Der Umzug vom Ostbahnhof auf die Karlshorster Trabrennbahn vor drei Jahren kommt dem Team des Riesenflohmarkts nun zugute. „Auf dem riesigen Gelände lässt es sich besser Abstand halten“, sagt Pröhm. Besucher beginnen ihren Rundgang über das 3,7 Quadratkilometer große Areal in den Startboxen. Vorbei geht es dann an Antiquitäten, Büchern, Schallplatten, Spielzeug, Schmuck und den größeren Möbelständen bis ins Oval der Rennbahn, wo internationale Händler ihre Waren anbieten. Auf dem Weg zur Tribüne stehen Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten zu Verkauf.

Der Riesenflohmarkt sei das Meisterstück unter den Märkten, sagt Pröhm stolz. Seit 29 Jahren veranstaltet „oldthing“ Antikmärkte in Berlin. Der seit 19 Jahren stattfindende Riesenflohmarkt sei jedoch mit Abstand der größte. Daher sei es wichtig, ihn auch in schwierigen Zeiten stattfinden zu lassen. „Manch einer meint vielleicht, auf Trödelmärkten geht es nur darum, alte Sachen loszuwerden“, sagt Pröhm. Doch an den Märkten hingen Existenzen, Trödelhändler böten ihre Waren oft auf verschiedensten Märkten im In- und Ausland an. „Wenn diese Händler aufhören müssen, gehen auch die Antiquitäten verloren. Schlimmstenfalls wird dann einfach das Nichtverkaufte weggeworfen.“

Besuchern wird geraten, erst am Nachmittag zu kommen

Der Riesenflohmarkt kann sich indes nicht über zu wenige Besucher beklagen. Die Veranstalter raten Gästen, die sich spontan für einen Besuch entscheiden, am Sonnabend erst nach 14 Uhr vorbeizuschauen. Online hätten sich bereits viele für den ersten Markttag angemeldet. „Wir müssen unsere Besucher daher auch bitten, sich an die Zeiten zu halten“, sagt Pröhm. Auf gastronomische Angebote muss trotzdem nicht verzichtet werden. Imbissstände mit internationalen Gerichten halten auch in diesem Jahr die Kundschaft bei Laune. Lediglich reine Alkoholstände wird es diesmal nicht geben. Der Riesenflohmarkt solle nicht zum Volksfest werden, meint Pröhm.