Wohnungsbau

Wohnungen im ehemaligen Kinderkrankenhaus bezugsfertig

Im denkmalgeschützten Gebäude in Lichtenberg sind Wohnungen entstanden. Die Kinder- und Jugendklinik zog 2012 ins Sana-Klinikum.

Im ehemaligen Kinderkrankenhaus in Lichtenberg sind neue Wohnungen entstanden.

Im ehemaligen Kinderkrankenhaus in Lichtenberg sind neue Wohnungen entstanden.

Foto: terraplan

Berlin. Die ehemalige Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Lindenhof steht nicht mehr leer: Das Wohnungsunternehmen terraplan ließ das denkmalgeschützte Gelände südlich des Landschaftsparks Herzberge sanieren und zum Wohnquartier umfunktionieren. 95 Wohnungen sind so auf dem 7,3 Hektar großen Areal entstanden – und größtenteils bereits vermietet, wie das Nürnberger Unternehmen mitteilt. „Der Corona-Krise zum Trotz konnten wir die Sanierungsarbeiten auf dem Areal des ehemaligen Kinderkrankenhauses Lichtenberg fristgerecht abschließen“, sagt Pressesprecherin Stefanie Egenberger. 2017 hatten auf dem Gelände die Sanierungsarbeiten begonnen.

Suiten, Penthouses und Townhouses sind bei Wohnungsgrößen von 40 bis 153 Quadratmeter nun bezugsfertig. Ein eigenes Fitnessstudio samt Wellnessbereich ist für die Mieter nutzbar, zudem befinden sich eine Fahrradwerkstatt sowie eine TV- und Club-Lounge auf dem Gelände. Eine Tiefgarage und Fahrradstellplätze bieten Platz für eigene Transportmittel. Alleinlebenden, Studierenden oder Senioren möchte terraplan mit den sogenannten „Move-In“-Wohnungen entgegenkommen. Diese seien die Antwort auf den steigenden Bedarf an bezahlbarem und schnell beziehbarem Wohnraum, heißt es. Eine Küche sowie eine Ankleide und ein Schrank sind darin bereits eingebaut.

Die Move-Ins befinden sich nicht im ehemaligen Kinderkrankenhaus, sondern in einem Anbau. Die Verzahnung von Denkmal und Anbau sei dabei oft schwierig gewesen. So ist die denkmalgeschützte Außenfassade nun Teil des Hausflurs im Neubau. Aufgrund der Nähe zum BVG-Betriebshof waren zudem besondere Schallschutzmaßnahmen nötig.

Gebaut 1896 als Heim für schwererziehbare Jungen

Die Kinder- und Jugendklinik war 2012 aus dem denkmalgeschützten Gebäude ins Sana-Klinikum umgezogen. Ursprünglich war das Gebäude 1896 als Heim für schwer erziehbare Jungen gebaut worden. Die Nationalsozialisten verlegten die Erziehungsanstalt schließlich nach Brandenburg und ließen die Kinderabteilung aus dem Oskar-Ziethen-Krankenhaus einziehen. Während der DDR wuchs das Kinderkrankenhaus zur größten Einrichtung ihrer Art in Ost-Berlin heran. Nach der Wende wurden hier weiter Kinder behandelt, auch eine Sozialpädiatrie sowie ein Kinder-Schlaflabor kamen hinzu.