Karlshorst

Anwohner: Wald an der Waldowallee soll bleiben

Die Bürgerinitiative übergibt Listen mit 1300 Unterschriften an das Bezirksamt. Es geht um den Erhalt eines Waldstücks.

Das ehemalige Bundesamt für Strahlenschutz in Karlshorst.

Das ehemalige Bundesamt für Strahlenschutz in Karlshorst.

Foto: Howoge

Berlin. Anwohner aus Karlshorst wollen ein zwei Hektar großes Waldstück erhalten. Es befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Bundesamtes für Strahlenschutz an der Waldowallee, das in den kommenden Jahren bebaut werden soll. Nun hat eine Bürgerinitiative 1300 Stimmen für einen Einwohnerantrag gesammelt, der das Abholzen der Bäume verhindern soll. Die Unterschriftenlisten will Volker Kühnhold, einer der Initiatoren, am 9. Januar an Lichtenbergs Stadträtin für Bürgerdienste, Katrin Framke (parteilos, für Linke) übergeben. Das Bezirksamt wird die Listen prüfen. Wenn 1000 Unterschriften gültig sind, dann ist der Einwohnerantrag zulässig und wird Thema für die Bezirksverordnetenversammlung. Die Initiatoren bekommen das Recht, in der BVV und ihren Ausschüssen zu sprechen.

Howoge will dort 350 Wohnungen bauen

Das frühere Gelände des Bundesamtes für Strahlenschutz gehört seit Ende 2018 der Howoge. Das landeseigene Unternehmen will dort 350 Wohnungen und eine Gemeinschaftsschule errichten. Auch Grünflächen und Spielplätze sind vorgesehen. Die Fläche ist insgesamt sieben Hektar groß. Der Wald auf dem Gelände sei es wert, erhalten zu bleiben und künftig der Erholung der Anwohner aus Karlshorst zu dienen, sagen die Initiatoren des Einwohnerantrags. Doch sie wollen die Bebauung nicht verhindern. „Schule und Wohnungsbau können auch mit der Erhaltung dieser existierenden Waldfläche gelingen.“

Wie das Grundstück im Einzelnen bebaut wird, steht noch nicht fest. Bezirksamt und Howoge wollen zunächst einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen. Dann soll ein Bebauungsplan entwickelt werden. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Plattenbauten aus der DDR-Zeit, darunter eine Poliklinik und ein Technikgebäude. Sie stehen seit etwa 20 Jahren leer. Ein Drittel des Grundstücks ist durch diese Gebäude und durch befestigte Oberflächen versiegelt. Auf dem übrigen Areal hat sich Vegetation ausgebreitet. Die Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg fordert, dass die Biotope nach Möglichkeit erhalten bleiben. Sie sollen in ein Freiflächenkonzept integriert werden. Das Bezirksamt teilte im Dezember 2019 mit, dass die Howoge eine neue Prüfung des Baumbestandes in Hinblick auf das Waldgesetz veranlasst hat.