Bezirkstour

Im Kiez unterwegs: Mit dem CDU-Chef durch Lichtenberg

Der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner schaut sich in Lichtenberg die Situation an den Bahnhöfen an. Obdachlose sind ein großes Problem.

CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner (M.) auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Wartenberg mit Martin Pätzold (l.), CDU-Kreisvorsitzender von Lichtenberg, und drei Anwohnern.

CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner (M.) auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Wartenberg mit Martin Pätzold (l.), CDU-Kreisvorsitzender von Lichtenberg, und drei Anwohnern.

Foto: DAVIDS/Frank Lehmann

Stolz zeigt CDU-Landeschef Kai Wegner auf dem S-Bahnsteig Wartenberg das digitale BVG-Ticket auf seinem Smartphone-Bildschirm. Er nutze es heute zum ersten Mal, habe extra vorher die App heruntergeladen.

Und er wird sie in nächster Zeit wahrscheinlich noch öfter brauchen. Denn der im Mai nach einem Machtkampf mit Monika Grütters zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählte Wegner will sich sehen lassen in der Stadt.

Am Dienstag startete er in Reinickendorf eine Bezirkstour, die ihn in den kommenden Wochen in alle zwölf Bezirke führen soll. Deshalb steht er am Donnerstagvormittag auch vor dem Wartenberger Bahnhof – die Tour macht in Lichtenberg Stopp. Er wolle sich die Probleme der Menschen vor Ort anhören, sagt Wegner.

Besseres Angebot für den Pendelverkehr

Im Gespräch mit drei Anwohnern und dem CDU-Kreisvorsitzenden Martin Pätzold geht es auf dem Bahnhofsvorplatz um Videoüberwachung, den Ausbau der S-Bahn-Linie nach Karow und die Verkürzung der S75. Wegner lässt sich die verschiedenen Themen geduldig erklären, fragt nach, kommentiert. „Ein Punkt, worunter Berlin massiv leidet, ist der Pendelverkehr“, sagt der CDU-Politiker. Er wolle ein besseres Angebot. Aber keinen Zwang, keine Verbote.

Wegner will die Partei, die in Umfragen momentan ohne realistische Machtoption hinter Grünen und Linken liegt, bis zur Abgeordnetenhauswahl 2021 wieder nach vorne bringen. Rot-Rot-Grün spalte die Stadt, in Innenstadt- und Randbezirke, sagt er deshalb an diesem sonnigen Vormittag. Und weiter: „Wir wollen ein Angebot für die ganze Stadt machen.“

Nächster Stopp: S-Bahnhof Hohenschönhausen. Die drei Anwohner, die die Tour begleiten, berichten dem Berliner CDU-Chef von der geringen Taktung der Regionalbahn, einer Baustelle an der Tramstation und dadurch bedingt, Bussen, die auf Fahrradspuren fahren.

Radwege müssten gesichert werden, findet auch Wegner. „Aber ich möchte den Autofahrern nicht die Lust nehmen.“ „Ein gesunder Verkehrs-Mix“ solle es sein. Wegner räumt jedoch ein, dass der Platz in der Stadt begrenzt sei, diesen sinnvoll zu verteilen deshalb auch bedeute: neu verteilen.

Obdachlose auf dem Bahnhofsvorplatz

Die CDU müsse in Berlin sowohl Großstadt- als auch Kiezpartei sein, sagt der Spandauer Bundestagsabgeordnete auf dem Weg zum Lichtenberger Bahnhof. Dort lässt er sich die Situation auf dem Vorplatz erklären: Obdachlose, die dort seit dem Winter kampieren, Anwohner, die sich belästigt fühlen.

„Habt Ihr ‘ne Lösung gefunden? Das ist eine Sauerei. Nicht immer nur quatschen“, ruft plötzlich ein Mann. Er habe Bundespräsident und Bundestagspräsident geschrieben, berichtet der aufgebrachte Anwohner. „Schicken Sie mir den Brief an Schäuble, ich guck mir den an, Sie bekommen auch eine Antwort“, antwortet Wegner.

Es seien Leute, die vom Weg abgekommen sind, sagt er mit Blick auf die Obdachlosen. Denen müsse man helfen, da könne man nicht einfach räumen. Doch Camps dürfe man nicht dulden. Da sei „ein konsequentes Handeln des Staats notwendig“.