Demonstrationen

Wagengruppe besetzt Grundstück an der Rummelsburger Bucht

Die Aktion sehen die Besetzer als Protest gegen Verdrängung von Anwohnern und Alternativprojekten aus der Rummelsburger Bucht.

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten stehen in der Stadt.

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten stehen in der Stadt.

Foto: dpa

Berlin. An der Rummelsburger Bucht ist am Sonnabend ein Grundstück besetzt worden. Wie die Polizei mitteilte, befanden sich mehrere Menschen vor und auf dem Gelände im Ortsteil Rummelsburg zwischen der Hauptstraße und dem Paul-und-Paula-Ufer. Die Polizei war vor Ort. In einer Mitteilung erklärte die Gruppe "DieselA", ein Gelände in der Hauptstraße 1 besetzt zu haben. Die Gruppe brauche Platz für ihre Wagen, in denen sie wohnen.

Die Aktion sehen die Besetzer als Protest gegen Verdrängung von Anwohnern und Alternativprojekten aus der Rummelsburger Bucht. "Wir besetzten dieses Grundstück, um klarzustellen, dass wir uns mit den hier in der Bucht und berlinweit stattfindenden Kämpfen um Wohnraum, alternative Lebensweisen, unkommerzielle und selbstverwaltete Nutzungen verbünden", hieß es in einer Mitteilung.

Haus in Friedenau besetzt

Rund ein Dutzend Aktivisten haben am Freitag ein leerstehendes Haus in Friedenau im Bezirk Tempelhof-Schöneberg besetzt. Die Gruppe, die sich „Flora Nachtigall“ nennt, verschaffte sich Zutritt zu einem Haus an der Stubenrauchstraße/ Ecke Odenwaldstraße.

Man habe das Haus „in Obhut“ genommen, teilten die Besetzer schriftlich mit. „Wir wollen damit auf die über 13 Jahre Leerstand und Verfall des Hauses aufmerksam machen“. Es sei völlig unverständlich, warum 16 Wohnungen in bester Lage leerstehen würden, hieß es von der Aktivisten, die unter anderen ein Sachverständigen-Gutachten fordern, das die Höhe der Kosten einer Instandsetzung des Hauses errechnen soll.

Strafermittlungsverfahren eingeleitet

Laut Polizei verlief die ganze Aktion friedlich. Die Aktivisten hätten zum Teil von selbst oder nach Aufforderung das Haus verlassen. Die Polizei hat Strafermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen die Versammlungsfreiheit und wegen Hausfriedensbruch eingeleitet.

Im Gegensatz zu den Aktivisten spricht die Behörde nicht von einer Besetzung. Das sei im strafrechtlichen Sinne nur der Fall, wenn die Menschen erkennbar vorgehabt hätten, länger zu bleiben. Doch statt Schlafsäcken hatten die Aktivisten Transparente dabei.