Wirtschaft

Bahn will 150 Millionen Euro in Rummelsburg investieren

Berlins Wirtschaftssenatorin Pop hat das ICE-Werk in Rummelsburg besucht. Es soll bis 2023 für 150 Millionen Euro ausgebaut werden.

Das ICE-Werk Rummelsburg ist einer von bundesweit elf Standorten, in denen die Deutsche Bahn ihre ICE-Flotte wartet und repariert. Bis 2023 soll das Werk für 150 Millionen Euro modernisiert werden, vor allem damit künftig dort auch die neuen ICE-4-Züge gewartet werden können.

Das ICE-Werk Rummelsburg ist einer von bundesweit elf Standorten, in denen die Deutsche Bahn ihre ICE-Flotte wartet und repariert. Bis 2023 soll das Werk für 150 Millionen Euro modernisiert werden, vor allem damit künftig dort auch die neuen ICE-4-Züge gewartet werden können.

Foto: Thomas Fülling (FMG) / Thomas Fülling Thomas Fuelling

Berlin. Die Deutsche Bahn eilt derzeit im Fernverkehr von einem Fahrgastrekord zum nächsten. Immer mehr Reisende bedeutet aber auch: Mehr Verschleiß und mehr Reparaturen. Hinzu kommen Hunderte neue Züge, die die Bahn in den nächsten zehn Jahren in Dienst stellen will. Eine Entwicklung, von der jetzt auch Berlin profitieren kann.

Bis zu 65 Züge pro Tag verlassen das Werk

Die deutsche Hauptstadt verfügt mit dem ICE-Werk in Rummelsburg über einen von bundesweit elf Standorten, in der die Bahn ihre Fernzüge zwischen den Fahrten reinigen, warten und reparieren lässt. Bis zu 65 ICE-Züge werden meist über Nacht fit für die nächste große Fahrt quer durch Deutschland gemacht. Rund 700 Mitarbeiter arbeiten dafür in drei Schichten, darunter allein 400 Handwerker.

Bahn stellt neue Mitarbeiter ein

In diesem Jahr sollen mindestens 40 Mitarbeiter neu dazu kommen, kündigte Werksleiter Peter Pöhlmann am Donnerstag bei einem Besuch von Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) in dem ICE-Werk an. Denn in Rummelsburg sollen künftig nicht nur ICE-Züge der ersten und zweiten Generation, sondern auch das neue Flaggschiff der Bahn, der ICE4 gewartet werden. Eine große Herausforderung, wie Werkstattleiter Steffen Pfotenhauer betont.

Nicht zuletzt, weil die Gleisanlagen und Hallen auf dem weitläufigen Gelände im Berliner Bezirk Lichtenberg für die bis zu 345 Meter langen Zugeinheiten nicht ausgelegt sind. Insgesamt 150 Millionen Euro will deshalb die Bahn bis 2023 in den Standort Rummelsburg investieren, um ihn für die neuen Aufgaben vorzubereiten.

In der alten Halle wurden einst die Interzonenzüge gewartet

Mit dem Geld wird unter anderem die alte Halle, in der zu DDR-Zeiten einst die Interzonenzüge für die Fahrt in den Westen vorbereitet wurden, faktisch verdoppelt. die Gesamtlänge wächst von 200 auf 400 Meter. Im Inneren werden neue moderne Anlagen gebaut, damit man an die Wagen auf vier Ebenen gleichzeitig gelangen kann. „Wir müssen unsere Effizienz erhöhen“, sagt Pöhlmann. Er weiß um die Unzufriedenheit vieler Fahrgäste, die sich nicht zuletzt in den sozialen Medien lautstark über die wieder einmal defekte Toilette oder eine nicht funktionierende Kaffee-Automat im Bord-Restaurant beschweren. Was vielfach auch mit dem Alter der Züge zusammenhängt. Die ICE 2, die in Rummelsburg beheimat sind, wurden zwischen 1995 und 1997 gebaut. „Ersatzteile sind vielfach nicht mehr zu bekommen“, so Werkstattleiter Pfotenhauer. Die müssen dann in Manufakturarbeit selbst angefertigt werden.

Wirtschaftssenatorin Pop sagte, dass sie sich sehr darüber freue, dass die Schiene eine immer größere Bedeutung im Fernverkehr bekomme. Bei ihrem Besuch nahm sie nicht nur im Führerstand eines ICE Platz, sondern kroch auch unter einen Wagen, um sich die Arbeiten am Drehgestell erläutern zu lassen. „Die angekündigten Investitionen der Bahn in den Standort Rummelsburg sind ein ganz wichtiges Signal für die Stadt“, sagte sie. Angesprochen auf die aktuellen politischen Streitigkeiten zur bevorstehende S-Bahn-Ausschreibung äußerste sich Pop nur indirekt. „Wir werden sehen, welche Lösung die besten für die Fahrgäste ist“, sagte sie. Wie berichtet, plant Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) die S-Bahn-Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd so auszuschreiben, dass dort möglicherweise unterschiedliche Anbieter fahren. Erklärtes Ziel ist es, die bisherige Marktmacht der Deutschen Bahn im S-Bahnbetrieb zu brechen. Ein Konzept, dass nicht nur bei den Gewerkschaften, sondern auch bei dem Koalitionspartnern SPD und Linke bislang auf keine Zustimmung stößt.