Bauen

Bauherrenpreise in Lichtenberg vergeben

Wer hat sich in beispielhafter Weise für die Entwicklung des Stadtbildes engagiert? Darüber haben nun Bezirk und Bürger abgestimmt.

Platz eins bei Fachjury und Publikum: Die Jugendherberge Ostkreuz hat den Bauherrenpreis in der Kategorie Denkmalpflege gewonnen.

Platz eins bei Fachjury und Publikum: Die Jugendherberge Ostkreuz hat den Bauherrenpreis in der Kategorie Denkmalpflege gewonnen.

Foto: Rita Schulze

Lichtenberg ist ein Bezirk im Wandel: Viele Bauvorhaben wurden hier in den letzten Jahren realisiert. Das hat im Bezirksamt zu der Entscheidung geführt, in diesem Jahr erneut Bauherrenpreise zu vergeben, zum nunmehr dritten Mal. Damit sollen Bauherren gewürdigt werden, die „bei den von ihnen umgesetzten Vorhaben auf Qualität achten und den Anwohnern und Mietern durch eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit die erreichten Erfolge vor Augen zu führen und die Identifikation mit dem Baugeschehen zu fördern“.

Die letzte Verleihung fand 2013 statt. In der Zwischenzeit sind in Lichtenberg mehr als 3200 Baugenehmigungen erteilt worden, was einem Investitionsvolumen von knapp 2,3 Milliarden Euro entspricht. „Diese Genehmigungen sind auch alle umgesetzt worden“, freut sich Bezirksstadträtin Birgit Monteiro (SPD), die für die Stadtentwicklung zuständig ist, bei der Preisverleihung am vergangenen Freitag im Ratssaal des Rathauses.

114 Vorhaben wurden für die Teilnahme am Verfahren als geeignet befunden, alle Bauherren wurden kontaktiert. 37 erteilten ihre Zusage. Eingeteilt in die Kategorien Wohnungsbau, Denkmalpflege, Gewerbebauten, Infrastruktur, Soziale Bauten und Freianlagen wurden alle Projekte vorab im Internet präsentiert. Dort konnten auch die Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme für die nach ihrer Meinung nach besten Projekte in jeder Kategorie abgeben. 2550 machten bis zum 31. März davon Gebrauch.

Behindertengerechtigkeit und Umweltbelange

Für das Preisgericht, bestehend aus drei Fach- und zwei Sachpreisrichtern, wichtig war unter anderem die Einbindung in die örtlichen Gegebenheiten, Besonderheiten des Nutzungskonzepts, die Behindertengerechtigkeit oder Belange der Umwelt. Um sich ein authentisches Bild zur Beurteilung und Vergleichbarkeit zu machen, hat die Jury alle Standorte auf einer Rundfahrt besucht..

In der Kategorie Wohnungsbau hat die Wohnanlage Paul-Zobel-Straße 10 gewonnen, sie sei unverwechselbar und füge sich gut um die Umgebung ein, hieß es zur Begründung. Der Publikumspreis ging an den Neubau Junges Wohnen in der Volkradstraße.

Bei der Denkmalpflege herrschte Einigkeit: Hier ging der Preis an die Jugendherberge Ostkreuz. Der ehemalige Schulkomplex an der Marktstraße ist die größte Jugendherberge Deutschlands. Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) lobte sie bei der Verkündung als eine Bereicherung für den Kiez, die für familienfreundlichen und bezahlbaren Tourismus steht.

Auch bei den Gewerbebauten waren sich Jury und Publikum einig: Die Platte Marina, Marina auf dem Gelände des ehemaligen Flussbades überzeugte durch ihren Nutzungsmix. Der Umbau der früheren Zollstation in Rummelsburg sei zudem ein beeindruckendes Gebilde.

Die Jugendfreizeiteinrichtung an der Siegfried, Ecke Gotlindestraße überzeugte das Preisgericht in der Kategorie Infrastruktur, das Publikum votierte für das Familien- und Bildungszentrum blu:boks.

Bei den sozialen Bauten hat das Haus 100 des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge sowohl bei der Jury als auch beim Publikum gewonnen. Der Neubau sei gut in den denkmalgeschützten Bestand des Ensembles integriert worden.

Beim Spielplatz Weltraumpiraten sei nicht nur das von Kindern gewählte Thema hervorragend umgesetzt worden, befand die Jury bei den Freiflächen. Auch die Bedürfnisse älterer Menschen seien berücksichtigt worden, etwa höhere Sitzbänke für ein leichteres Hinsetzen und Aufstehen. Für das Publikum stand in dieser Kategorie der Schulhof der Friedrichsfelder Grundschule an erster Stelle.