Rockhaus in Lichtenberg

Aus für Rockhaus: Proberaum-Projekt muss schließen

Aus für eines der größten Proberaum-Projekte Berlins: Betreiber Dirk Kümmele einigte sich mit dem Eigentümer auf ein Ende des Vertrags.

2017 gab es noch ein erfolgreiches Protesttrommeln für das Berliner Rockhaus.

2017 gab es noch ein erfolgreiches Protesttrommeln für das Berliner Rockhaus.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. „Das Rockhaus bleibt“: So steht es noch am Mittwoch auf der Website des Berliner Rockhauses. Doch leider ist dieser letzte Eintrag in der Kategorie News von 2017. Damals hatte das Berliner Kammergericht ein Urteil des Landgerichts aufgehoben, Gründer und Betreiber Dirk Kümmele durfte weiter Proberäume für Musiker in dem alten Büro-Plattenbau an der Buchberger Straße vermieten – und zwar wie geplant bis 2023.

Doch der Streit mit Investor Shai Scharfstein, der das Gebäude 2015 gekauft hatte, ging weiter. Und nun ist es endgültig: Das Rockhaus, eines der größten Berliner Proberaum-Projekte, müsse Ende Juni „komplett geräumt und besenrein“ übergeben werden, berichtet der RBB. Das sei das Ergebnis einer außergerichtlichen Einigung. Kümmele selbst schickte den Musikern die Kündigung: „Daher muss ich eure Mietverträge entsprechend in Kürze zum 31.05.2019 kündigen.“

Die letzten drei Jahre seien nicht spurlos an seiner Gesundheit vorbeigegangen, schreibt Kümmele weiter. Auch sei „ein nicht mehr tragbares finanzielles beziehungsweise existenzielles Risiko eingetreten“.

Bisher kein adäquater Ersatz für Musiker gefunden

Er habe seit einem halben Jahr intensiv nach einem Objekt gesucht, um das Rockhaus zu verlegen. Doch auf dem Markt sei nichts zu finden, das ähnliche Mieten wie bisher ermögliche. Er habe um Hilfe beim Bezirksamt und der Senatskulturverwaltung gebeten – herausgesprungen seien dabei aber bisher „nur vereinzelt Lippenbekenntnisse“.

Laut Berliner Zeitung erklärte Kultursenator Klaus Lederer am Montag: „Die Kulturverwaltung prüft die Anmietung des Hauses – auf Grundlage eines aktuellen Angebots vom 15. März – oder einen Alternativstandort in Eigenregie.“ Dazu würden Gespräche und Berechnungen durchgeführt.

Auch Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) fände den Verlust des Hauses, das rund 1000 Musikern Proberäume bietet, sehr ärgerlich. Da sich Betreiber und Eigentümer aber auf ein Vertragsende geeinigt hätten, sei es schwierig, politisch zu intervenieren. Aber auch er „suche weiter nach Ersatz.“

Das Gelände hinter den Gleisen am Bahnhof Lichtenberg ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Dort soll laut Bezirksamt in den nächsten Jahren der Gewerbepark Buchberger Straße entstehen.