Film

Premiere der Dokumentation „Alleinerziehend in Lichtenberg“

Miriam Sachs hat Eltern porträtiert, die allein erziehen. Der Einblick in ihre Lebenswirklichkeit feiert am 19. März Premiere in der Kiezspinne.

Etwas mehr als ein Viertel  der Lichtenberger Eltern ist alleinerziehend.

Etwas mehr als ein Viertel der Lichtenberger Eltern ist alleinerziehend.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin.  Die Thematik Alleinerziehende steht in Lichtenberg im Fokus, gilt der Bezirk doch als berlinweit einzige zertifizierte familienfreundliche Kommune. Und gerade hier ist der Anteil alleinerziehender Eltern hoch. Etwas mehr als ein Viertel der Eltern gab etwa bei der Einschulungsuntersuchung 2016/17 an, alleinerziehend zu sein. Mit 27,7 Prozent ist ihr Anteil höher als im berlinweiten Vergleich, der bei 21,5 Prozent liegt.

Ihre Sichtweise auf die eigene Lebenssituation stellt nun ein vom Bezirksamt geförderter Film in den Mittelpunkt. Im Auftrag des Netzwerkes Alleinerziehende und des Vereins für ambulante Versorgung Hohenschönhausen porträtierte die Lichtenberger Autorin und Filmemacherin Miriam Sachs, selbst alleinerziehend, Alleinerziehende in Lichtenberg.

„Das Thema generell lässt mich nicht los, obwohl meine teilweise allein erzogenen Kinder gerade aus dem Haus waren, als der Auftrag zu diesem Film kam“, sagt sie. Besonders beschäftige sie die Frage, ob „alleinerziehend“ immer noch ein Stigma ist.

Superfrau sein oder Schwächen leisten

„Ich war immer stolz auf den Status, konnte mich aber nie entscheiden, ob ich nun als Superfrau angesehen werden wollte oder mir gerne mehr Schwäche geleistet und ,bitte mehr Unterstützung’ gewünscht hätte.“

Zwar habe sich im Bewusstsein der Leute inzwischen viel getan, dennoch würden die Interviewten in der 60-minütigen „Alleinerziehend in Berlin Lichtenberg“ verdeutlichen, dass die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe Alleinerziehender noch längst nicht Realität ist – „ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit, aber so persönlich wie möglich.“

Nun freut sich Miriam Sachs darauf, ihren Film der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Filmpremiere findet am 19. März, um 18 Uhr in der Kiezspinne in der Schulze-Boysen-Straße 38 statt.

Einen positiven „Nebeneffekt“ hatte der Film bereits für sie: Ein Trickfilm-Motiv wurde als neue Skulptur für den Lichtenberger Frauenpreis umgesetzt - eine Frau mit den Umrissformen des Bezirkes.