Baden

Wo Lichtenberg in Zukunft baden gehen kann

Die Studie zum Standort eines neuen Kombibades wird im Bezirk vorgestellt. Eine Revitalisierung alter Bäder ist nicht in Sicht.

Das historische Hubertusbad soll demnächst für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Das historische Hubertusbad soll demnächst für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Foto: Sergej Glanze

Lichtenberg braucht mehr Wasserflächen zum Schwimmen - sowohl drinnen als auch draußen. Gibt es für die kühlere Jahreszeit die Schwimmhallen Anton-Saefkow-Platz, Sewanstraße und Zingster Straße, steht im Sommer nur das Strandbad Orankesee für Wasserratten zur Verfügung. Darum soll nun ein neues Kombibad gebaut werden.

Eine Machbarkeitsstudie der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung, die am Dienstag im Sportausschuss vorgestellt wurde, untersuchte dafür 17 mögliche Standorte, unter anderem - auf Antrag der Linke-Fraktion in der BVV - auch das ehemalige BVB-Bad an der Siegfriedstraße. Dieses Freibad wurde in den frühen 1930er-Jahren als Trainingsgelände zu den Olympischen Spielen in Berlin gebaut, dann als Freibad benutzt, aber bereits Ende der 1980er-Jahren geschlossen. Eine Sanierung der Anlage lohnte schon zu DDR-Zeiten nicht mehr.

Kunstrasenplatz statt Schwimmbecken

Während die Linke das Bad revitalisieren möchte, will der Bezirk im Rahmen der Weiterentwicklung des Sportangebotes das benachbarte BVG-Stadion um einen Kunstrasenplatz erweitern. Was von Schwimmbecken und Sprungtürmen noch übrig war, wurde im vergangenen Sommer abgerissen.

Die Machbarkeitsstudie könnte nun für eine schnelle Freigabe finanzieller Mittel sorgen, meint Bezirksstadtrat Wilfried Nünthel (CDU): Denn sie nennt eine zur Verfügung stehende Fläche von gerade einmal 6400 Quadratmetern. Das ist für ein Kombibad deutlich zu klein, dafür würden 25.000 Quadratmeter benötigt. Auch die Anbindung an den Personennahverkehr ist nicht ganz optimal. Rund 650 Meter sind es bis zur nächsten Tramhaltestelle.

Die besten Chancen haben laut der Studie der Wirtschaftshof Tierpark und das Zwischenpumpwerk Lichtenberg an der südlichen Landsberger Allee. Ersterer punktet durch kurze Wege zu U-Bahn und Tram, womit auch Marzahn-Hellersdorf den Standort gut nutzen könnte, sowie die Nähe zum Tierpark. Außerdem ist die Fläche beim Tierpark entbehrlich und eine Kombination mit weiterer sozialer Infrastruktur ist möglich.

Mit Größe und ansprechender Kulisse punktet dagegen der zweite Favorit: Hinter den denkmalgeschützten Gebäuden der Berliner Wasserbetriebe stehen 92.250 Quadratmeter zur Verfügung. Doch welcher Standort auch schlussendlich gewählt wird: Bis geplanscht und geschwommen werden kann, wird noch ziemlich viel Wasser die Spree hinunterfließen müssen.

Baugerüst am Hubertusbad

Ähnlich langwierig und kompliziert ist es auch um das Hubertusbad beim Oskar-Ziethen-Krankenhaus bestellt. Das 1928 eröffnete Bad mit kleinem und großem Schwimmbecken, großem Saunabereich und Massageräumen ist seit 1991 geschlossen, nachdem ein geplatztes Hauptwasserrohr die gesamte Anlagentechnik außer Betrieb setzte. Aus dem Dornröschenschlaf schreckt das historische Stadtbad seitdem nur noch für Modeschauen, Filmaufnahmen oder zum Tag des offenen Denkmals auf.

Ginge es nach dem Förderverein Stadtbad Lichtenberg, soll dort irgendwann auch wieder gebadet werden, möglich wäre seiner Meinung nach auch ein Kinder- und Jugend-Rehazentrum. Aber damit bleiben sie wohl auf dem Trockenen sitzen, denn eine Revitalisierung als Bad ist der landeseigenen BIM, der das Gebäude gehört, zu teuer und zu aufwendig. Die Suche nach Investoren verlief bisher ergebnislos.

Wenigstens wurde Ende des Jahres ein Baugerüst aufgestellt, damit Reparaturarbeiten am Dach und der Fassade des denkmalgeschützten Baus ausgeführt werden können. Daran schließt sich die Herrichtung der kleinen Schwimmhalle und des Foyers als Veranstaltungsort an. Dieses Konzept hatte auch der Förderverein zur Zwischennutzung vorgeschlagen, so Michael Metze, erster Vorsitzender des Fördervereins. Der Abschluss der Arbeiten ist für 2020 geplant.

Mehr Nachrichten aus dem Bezirk Lichtenberg lesen Sie hier.