Lichtenberg

Das wird der Neubau an der Frankfurter Allee

Der Bezirk Lichtenberg spricht sich für das Bauvorhaben der städtischen Howoge aus.

Wohnungen, Büros und Gewerbe sollen nach der Fertigstellung in die geplanten Neubauten an der Frankfurter Allee in Lichtenberg einziehen.

Wohnungen, Büros und Gewerbe sollen nach der Fertigstellung in die geplanten Neubauten an der Frankfurter Allee in Lichtenberg einziehen.

Foto: Howoge

Berlin. Gegenüber vom Ringcenter an der Frankfurter Allee in Lichtenberg stehen bereits die Bauzäune. Auf der Fläche zwischen der Allee und der Möllendorffstraße will die städtische Wohnungsgesellschaft Howoge zwei neue Wohnhäuser mit sieben und acht Geschossen bauen. Außerdem werden zwei Büro- und Geschäftsgebäude errichtet, eines mit sieben, das andere mit 18 Etagen. Auch eine Tiefgarage mit 105 Stellplätzen ist vorgesehen. Das Gelände ist mehr als ein Hektar groß. Seit Juni vorigen Jahres sind die Arbeiten im Gange.

Dass das Bauprojekt zügig realisiert werden kann, liegt an einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg vom Dezember. Sie hatte auf Drängen des Bezirksamtes die Planreife für das Vorhaben beschlossen. Denn diese Planreife zum Jahresende 2018 war bereits im Vertrag der Howoge mit dem Generalübernehmer, der Porr AG, enthalten. Hätte die BVV nicht zugestimmt, dann hätte es im Januar 2019 Nachverhandlungen zum ersten Baufeld geben müssen.

Das Bauvorhaben wäre für die Howoge dadurch teurer geworden. Das Risiko, dass der Generalübernehmer wegen fehlender Planungssicherheit den Vertrag mit der landeseigenen Wohnungsgesellschaft kündigt, sei sehr hoch, begründete Baustadträtin Birgit Monteiro (SPD) die Dringlichkeit des Planreife-Beschlusses im Dezember vor den Bezirksverordneten. „In diesem Fall müsste die Howoge erneut ein europaweites öffentliches Vergabeverfahren für Generalübernehmerleistungen durchführen“, argumentierte sie. Sechs Monate hätte ein solches Verfahren gedauert. In der Baubranche jedoch ist pro Jahr mit etwa zehn Prozent Preissteigerung zu rechnen. Die Howoge hatte im Dezember 2017 den Bauantrag gestellt und ein Jahr später noch einmal geändert. Der Bebauungsplan bezieht sich auf die Grundstücke Rathausstraße 13, Frankfurter Allee 135 sowie 145/149 , auf die Möllendorffstraße 3 und den Stefan-Heym-Platz.

In den Neubauten entstehen 251 Wohnungen mit bis zu fünf Zimmern. In einem Gebäude soll auf 130 Quadratmeter Fläche eine Kindertagespflege mit zehn Plätzen einziehen. Für Gastronomie sind etwa 440 Quadratmeter im Erdgeschoss des Bürohochhauses vorgesehen. Geplant ist, dass das gesamte Vorhaben bis 2021 fertiggestellt wird. Der erste Bauabschnitt soll bis zum Sommer 2020 beendet sein. An der Frankfurter Allee 135 stand schon einmal ein Hochhaus der Howoge mit 136 Wohnungen. Der 18-Geschosser wurde 2004 abgerissen. Die Wohnungen an der belebten Kreuzung ließen sich nur schwer vermieten. Eine Sanierung schätzte man als unwirtschaftlich ein. Um Erschütterungen für die U-Bahn­linie 5 zu vermeiden, wurden die Platten einzeln demontiert und mit einem Kran abgesetzt. Für die Fläche entwickelte ein Architekturbüro das Konzept „Lichtenberger Rathaus-Dreieck“. Doch es fanden sich keine Investoren.

Im Zuge des Neubauvorhabens wird der Stefan-Heym-Platz umgestaltet, nach dem Entwurf von Landschaftsplanern. Anwohner waren von der Howoge eingeladen, Vorschläge zu machen. Die Skulptur des Fischerjungen, die früher in einem Brunnen stand, wird in einem begehbaren Wasserbecken aufgestellt.

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