Gedenkstätte

Hubertus Knabe und Stasi-Gedenkstätte schließen Vergleich

Die Stiftung und Knabe einigten sich auf sein Ausscheiden und schlossen einen Vergleich, der laufende Rechtsstreitigkeiten beendet.

Hubertus Knabe war seit 2000 Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Hubertus Knabe war seit 2000 Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Foto: Tim Brakemeier / dpa

Berlin. Der Fall hatte über Monate für Aufregung gesorgt und auch die Justiz beschäftigt: Nun haben sich die Gedenkstätte für die Stasi-Opfer in Hohenschönhausen und ihr langjähriger Leiter Hubertus Knabe außergerichtlich geeinigt. Wie die Senatsverwaltung für Kultur am Freitag mitteilte, schlossen Knabe und die Gedenkstätte einen Vergleich, in dem sie sich auf sein Ausscheiden einigten. Die laufenden Rechtsstreitigkeiten seien damit beendet.

Details zum Vergleich und zu einer etwaigen Abfindung nannte die Verwaltung auch auf Anfrage nicht. In der Mitteilung heißt es nur, Ziel des Vergleichs sei es, die „gute und erfolgreiche Arbeit“ nicht durch langwierige juristische Auseinandersetzungen zu belasten. Knabe beließ eine Anfrage unbeantwortet.

Knabe war vorgeworfen worden, nicht entschieden gegen sexuelle Belästigungen von Frauen in der Gedenkstätte vorgegangen zu sein. Er weist das zurück. Verantwortlich soll sein Stellvertreter gewesen sein. Im September hatte der Stiftungsrat Knabe zum Frühjahr 2019 gekündigt und ihn bis dahin freigestellt. Daraufhin hatte er vor dem Arbeitsgericht durchgesetzt, zwischenzeitlich wieder zur Arbeit kommen zu dürfen. Der Stiftungsrat hatte Beschwerde eingelegt und Knabe mit sofortiger Wirkung als Vorstand abberufen. Das juristische Tauziehen ging weiter.

Das Landgericht hatte sich zuletzt am vergangenen Freitag mit dem Fall befasst. Am kommenden Dienstag wollten die Richter eigentlich eine Entscheidung verkünden, ob Knabe doch Anspruch auf Weiterbeschäftigung gehabt hätte. Dies ist wegen des Vergleichs nun hinfällig. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) war wegen der Demission Knabes zwischenzeitlich unter Druck geraten.

CDU-Politiker und Bürgerrechtler hatten ihm eine Intrige gegen Knabe vorgeworfen, weil dieser immer wieder auf das Unrecht der SED hingewiesen habe. Die Kulturstaatsministerin und Berliner CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters – wie Lederer Mitglied des Stiftungsrates der Gedenkstätte – hatte der Kündigung allerdings zugestimmt.

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