Tierpark

Was für ein Eisbären-Leben: Jungtier schläft und trinkt

Der Alltag von Mutter Tonja ist auf dem Kopf gestellt: Alle 1,5 Stunden verlangt das Jungtier nach Nahrung.

Eisbärennachwuchs Tierpark Berlin : Eisbären-Kurator Kurator Dr. Florian Sicks

Eisbärennachwuchs Tierpark Berlin : Eisbären-Kurator Kurator Dr. Florian Sicks

Foto: Tierpark Berlin

Berlin. So ein kleines Eisbärenbaby kann schon ganz schön anstrengend sein. Das erlebt Eisbärenmutter Tonja zumindest im Moment. Nichts mehr mit Schlafen, Tag- und Nacht-Rhythmus kennt der Nachwuchs sowieso noch nicht. „Alle 1,5 Stunden will das Jungtier trinken und das dann etwa 15 Minuten lang“, erzählt Eisbären-Kurator Florian Sicks. Dann muss auch Tonja wach sein, um sich zu kümmern und aufzupassen.

Wie hatte sie es doch vorher gemütlich, als sie Anfang November in die Wurfhöhle eingezogen war. 20 Stunden schlief sie jeden Tag, die restliche Zeit verbrachte sie damit, das Einstreu zu sortieren und es zu einem Nest zusammenzuscharren. Kurz vor der Geburt brachte sie es sogar auf 22 Stunden Schlaf – offenbar schon in der Vorahnung, was sie erwarten würde.

Geschlecht kann erst acht Wochen festgestellt werden

Noch ist der am 1. Dezember im Tierpark geborene Eisbär blind. Viel bewegen kann er sich auch noch nicht. „So ein bisschen vorrobben, um die Zitze von Tonja zu erreichen, das geht schon“, sagt Florian Sicks. Aber ansonsten verbringe das Bärchen die Zeit mit Schlafen und Trinken – was auch das Beste ist, um zu wachsen und an Gewicht zuzulegen.

Erst in 30 Tagen etwa wird das Jungtier die Augen aufmachen. Zu diesem Zeitpunkt kann es dann auch hören. „Mit etwa 1,5 Monaten fängt es an zu krabbeln“, erläutert der Kurator. Die ersten Schritte kann das Eisbärenbaby mit zwei Monaten machen. Dann bekommt es auch die ersten Zähne – und wird langsam ein echtes Raubtier.

Ob es ein Junge oder Mädchen ist, könnte dieses Mal noch vor der ersten Tierarztvisite acht Wochen nach der Geburt feststehen. „Wir haben dieses Mal viel bessere Kameras in der Wurfhöhle“, sagt Florian Sicks. Nicht nur, dass die beiden Tiere jetzt sogar vom Handy aus beobachtet werden können. Die Kameras liefern auch viel genauere Bilder. Wenn sich das Eisbärenbaby dann vor der Kamera einmal gut in Position bringt, ist das Geheimnis gelüftet.

Jetzt hoffen alle Tierpark-Mitarbeiter zunächst, dass das Jungtier die ersten kritischen zehn Tage übersteht. Zwar ist das keine Garantie – wie die vergangenen beiden Male zeigten –, aber danach ist die Chance größer, durchzukommen.

Mehr zum Thema:

Eisbärenbaby wird ständig überwacht

Berliner Eisbärin Tonja bringt erneut Baby zur Welt

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.