Energiewende

Solarenergie von Lichtenberger Dächern für den Bezirk

Berliner Stadtwerke installieren auf Lichtenberger Dächern Photovoltaikanlagen. Sie sollen kommunale Gebäude mit Ökostrom versorgen.

Mit Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäudedächern ist Lichtenberg Vorreiter in Sachen Energiewende.

Mit Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäudedächern ist Lichtenberg Vorreiter in Sachen Energiewende.

Foto: BA Lichtenberg

Lichtenberg. Auf die Kraft der Sonne setzen die Berliner Stadtwerke. Bis 2050 soll Deutschland weitgehend klimaneutral sein - so das hochgesteckte Ziel der Bundesregierung. Dazu wurden 2014 die Stadtwerke als Tochter der Berliner Wasserbetriebe gegründet, um nachhaltige Energie herzustellen. Dafür vereinbaren die Bezirke mit dem landeseigenen Energiewendeunternehmen Solarpakete für Strom vom Dach. Denn in Berlin fehlt es zwar an Fläche für Wind- oder Wasserenergiegewinnung, doch weiter oben, auf den Dächern, ist Platz.

Lichtenberg ist der erste Berliner Bezirk, der mit Unterstützung der Stadtwerke seine Immobilien durch Solarstromanlagen energetisch saniert. Auf sieben Dächern von fünf bezirkseigenen Lichtenberger Immobilien entstehen jetzt Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 367 Kilowatt Peak (kWp) und einer Gesamtfläche von 2750 Quadratmetern. Sie sparen zusammen rund 150 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein.

Je zwei Anlagen bekommen die Mildred-Harnack-Schule und das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium, weitere entstehen auf Schulen in Karlshorst und am Tierpark sowie auf dem Grünflächenamt.

Berlin sollte "Solarcity" werden

„In Berlin ist bisher nur ein Bruchteil des solaren Potenzials auf den Dächern erschlossen. Deshalb haben wir uns so aufgestellt, dass wir gemeinsam mit dem Land auch öffentliche Liegenschaften mit selbsterzeugten Ökostrom versorgen“, sagt Andreas Irmer, Geschäftsführer der Berliner Stadtwerke. Neben Lichtenberg sind mit acht weiteren Bezirken die Gespräche bereits fortgeschritten und mit drei Bezirken beginnen sie demnächst.

"Ich hoffe wir machen mit diesem Schritt den Anfang für die ganze Stadt: Berlin sollte ,Solarcity' werden! Mit der Umsetzung dieses Projektes soll ein Meilenstein zum Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt werden", erklärt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke), der auch das Immobilien-Ressort verantwortet. Die Einsparungen seien war nicht exorbitant, aber das Entscheidende sei, das es einen kleinen Benefit für den Bezirkshaushalt gibt und die Stadtwerke ihrem Auftrag nachkommen, nämlich kommunalen Strom ökologisch zu produzieren.

Die Berliner Stadtwerke haben seit ihrem Marktstart vor gut drei Jahren Kapazitäten von fast 21 Megawatt (MW) Wind- und rund 7 MW Solarstrom-Leistung aufgebaut. Diese Anlagen erhöhen den Anteil an grüner Energie vor Ort und reduzieren erheblich den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 20.800 Tonnen jährlich. Mit diesem solaren Zubau sind die Stadtwerke der führende Solaranlagenbauer Berlins.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.